Aktuelle Entwicklungen in unseren Gesellschaften, wie Migration, Individualisierung, Globalisierung, Digitalisierung oder Radikalisierung werden als Stichworte genannt, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt belasten können.

Wie definiert sich gesellschaftlicher Zusammenhalt?

Ein guter gesellschaftlicher Zusammenhalt ist nicht zuletzt für eine nachhaltige Entwicklung zentral. Doch was versteht man unter diesem gesellschaftlichen Zusammenhalt? Eine erste umfassende Untersuchung gab es dazu von der Bertelsmann-Stiftung aus den Jahren  2013/14. Es wurden entsprechende Benchmarks in 34  OECD-Ländern ermittelt. Dabei liegen die skandinavischen Länder, Nordamerika und Ozeanien auf den vorderen Plätzen, gefolgt von der Schweiz auf Rang 9, vor Luxemburg und Holland. Es sind in Europa also nicht die südlichen Kollektivgesellschaften, die oft als familiär wahrgenommen werden, sondern die eher individualistischen Wohlstandsländer des Nordens, welche den Menschen das Gefühl von sozialer Sicherheit und Zusammenhalt geben.

Die Abteilung Kantons- und Stadtentwicklung wollte es genauer wissen und beauftragte das Statistische Amt deshalb für Basel-Stadt einen Kennzahlenbericht zum gesellschaftlichen Zusammenhalt zu erstellen. Dieser zeigt auf, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt in Basel grundsätzlich gut ist. Die Ergebnisse sind Ausdruck der hohen Lebensqualität und des grossen Wohlstands. Basel ist eine sichere, wohlhabende, sozial engagierte und weltoffene Stadt. Der Kennzahlenbericht zeigt jedoch auch Potenziale auf, z.B. im Bereich der gesellschaftlichen und politischen Teilhabe.

Für kleine Gemeinwesen wie Basel-Stadt ist der gesellschaftliche Zusammenhalt nämlich besonders wichtig. Weniger als 200’000 Menschen bilden das städtische Zentrum einer grossen trinationalen Agglomeration und beherbergen Firmen, Kultur und Ausbildungsstätten von Weltrang. Diese einzigartige Mischung von räumlicher Kleinheit und grossstädtischer Dynamik setzt für das gute Funktionieren eine hohe Integrationskraft und Familiarität voraus.

Die vom Kanton geförderte Quartierarbeit schafft dafür Kontakte und bildet eine Basis für ein respektvolles Zusammenleben zwischen allen, die hier leben. Dazu tragen auch die Willkommensanlässe für Neuzugezogene im Rathaus und in den Quartieren bei. Erfreulich ist, dass immer mehr hier arbeitende Zuzügerinnen und Zuzüger – vornehmlich aus dem angelsächsischen Raum, Italien und Spanien – die ihnen angebotenen Sprachkurse wahrnehmen. Ob Einheimisch oder Neuzugezoge  – jede und jeder Einzelne kann in ihrem und seinem unmittelbaren Wohnumfeld einen Beitrag zu einem wertschätzenden Miteinander leisten. 

Den Kennzahlenbericht finden Sie unter www.statistik.bs.ch oder unter www.entwicklung.bs.ch. Weiterführende Informationen zur nachhaltigen Entwicklung, zu Quartier- und Freiwilligenarbeit, zu Integration und zur Wohnraumförderung unter www.entwicklung.bs.ch