1994 wurde die erste ToiToi-WC-Kabine in der Schweiz ausgeliefert. Mit über 7‘000 Toilettenkabinen und landesweit rund 100 Mitarbeitern ist ToiToi der grösste Schweizer Anbieter mobiler Toilettenkabinen. 75 Prozent der Toilettenmieter sind Bauunternehmer, die die Kabinen für ihre Baustellen-Mitarbeiter brauchen. Der Rest wird für Events verwendet. Norbert Inauen, 58, ist seit mehr als fünf Jahren Geschäftsführer von ToiToi.

Herr Inauen, was bedeutet eigentlich der Name ToiToi?
Dieser Name hat eine lustige Hintergrundgeschichte. Herr Müller und seine Frau, die Erfinder der mobilen Toiletten, setzten sich zusammen und diskutierten über den Namen. Eigentlich wollten sie sagen: Toiletten total ohne Investitionen. Nur war das ein wenig lang. Die rettende Idee war schliesslich, dies zu «ToiToi» abzukürzen. Wahrscheinlich hätten die beiden vor 30 Jahren nicht gedacht, dass sie damit einen schweizweit bekannten Brand erschaffen. Dass jede mobile Toilette von den Konsumenten als ToiToi bezeichnet wird, das hassen unsere Konkurrenten natürlich (lacht).

Sind Sie denn nicht sowieso die unbestrittene Nummer 1 hierzulande?
Doch, ich würde schon sagen, dass wir das sind. Die Konkurrenz schläft trotzdem nicht. Alleine im letzten Jahr sind zehn Firmen dazugekommen. Was erfolgreich ist, wird kopiert. Das Problem dabei ist, dass gewisse Anbieter die Toiletten zu Dumping-Preisen abgeben. Das halte ich persönlich jedoch für eine schlechte Strategie.

Was ist denn Ihre Erfolgsstrategie?
Qualität steht bei uns an oberster Stelle. Gerade im Bereich Dienstleistung und Service sind wir sehr stark. Wir wollen gute, saubere und funktionierende Fahrzeuge und legen viel Wert auf unser Auftreten. Natürlich haben wir einen super Brand, aber der nützt mir nichts, wenn ich nicht auch super Mitarbeiter habe. Gerade ein Fahrer, der die Toiletten reinigt, muss fit sein. Das ist kein leichter Job. Was uns ebenfalls auszeichnet, ist unsere Schnelligkeit. Bestellt jemand Toiletten, sind wir in der Lage, diese innerhalb von wenigen Stunden zu liefern. Gerade Baufirmen bestellen die Toiletten oft im letzten Moment. Die gehen gerne mal vergessen.

Sie bieten eine grosse Auswahl an Toilettenmodellen. Woher weiss ich, welche die richtige für mich ist?
Unser Innendienst-Verkaufsteam berät unsere Kunden. In gewissen Fällen schauen wir uns auch im Vorfeld die Situation vor Ort an, um uns ein besseres Bild zu machen. Gerade bei einem Event mit 50‘000 Personen an einem Ort, wie dem Flugplatz Dübendorf zum Beispiel, ist es wichtig, vorher die Lage genau abzuchecken.

Sie bieten von der Standard-Toilettenkabine bis zum Luxus-Sanitärcontainer mit individueller Ausstattung massgeschneiderte Lösungen für unterschiedlichste Zielgruppen. Wer ist Ihre Haupt-Zielgruppe?

75 Prozent unserer Kunden gehören zur Bauindustrie. Der Bauboom war für uns sehr wichtig, um uns zu etablieren. Es geht dabei auch um saubere Baustellen. Jeder Mensch geht täglich um die fünf Mal auf die Toilette. Es gibt leider noch immer Bauunternehmer, die zu wenige Toiletten für ihre Mitarbeiter bereitstellen. Rechtlich gesehen müsste es pro 20 Mitarbeiter eine Toilette geben. Wenn Sie mal auf alle Baustellen gehen, werden Sie feststellen, dass dies viel zu selten eingehalten wird. Derjenige, der die Toiletten bestellt, möchte natürlich das Billigste. Und der ist meist selbst nicht derjenige, der die Toiletten benutzt. Und wir reden hier von 40 bis 50 Franken pro Woche. Einmal in der Woche wird sie von uns «abgesaugt» und professionell gereinigt.

Sind die Baucontainer dazugekommen, weil es der Markt verlangt hat?
Für uns ist es sicher eine Nische. Klassisch ist unsere normale Toilette. Jetzt gibt’s neu auch noch das Toi+, das etwas mehr Platz bietet. Im Containerbereich sind wir natürlich nur Nischen-Anbieter. Es gibt ein 1.80 Badezimmer für Renovationen. Oder Doppelstar für Kleinbaustellen, die kein Plastik-WC wollen. Dann gibt es noch Deluxe, das ist eine Kabine aus Holz. Die brauchen wir beispielsweise bei Pferderennen in St. Moritz. Und die Premium Line wird bei Open Air Kinos im Sommer eingesetzt und an Deluxe-Events. Doch auch wenn es für uns nur Nischen-Produkte sind, so sind sie für uns wichtig. Damit können wir zeigen, dass wir nicht nur Plastik-WCs haben, sondern auch anders können. Die meisten, auch Eventveranstalter, verlangen im Normalfall aber unsere normalen Plastikkabinen.

Sie vermieten ausschliesslich oder kann ich auch so ein «Ding» kaufen?
Theoretisch können sie eine kaufen. Aber sie brauchen ja auch den entsprechenden Service. Die Auswirkungen, wenn man die Toilette nicht reinigt, können verheerend sein. Das fängt an zu leben. Dafür bieten wir einen Servicevertrag an. Wir verkaufen die Toiletten nur, wenn dieser Unterhaltsvertrag unterzeichnet wird. Einige Kabinen haben wir für diesen Fall immer auf der Seite. Und wenn ein Käufer sein ToiToi nicht mehr will, dann kaufen wir es wieder zurück. Aber grundsätzlich ist es so, dass wir keine Toiletten verkaufen. Ich habe regelmässig Anfragen von Leuten, die gleich 100 Stück haben möchten. Aber sowas machen wir nicht.

Wie berechnen Sie die Menge an Toiletten? An Events beklagen sich die Zuschauer oft über lange Wartezeiten.

An Events rechnen wir auf 100 Personen immer eine Toilette. Im Fall des Events in Dübendorf würde das 500 Toiletten bedeuten. Der Grund, warum die Leute oft lange warten müssen, ist, dass wohl keiner die Miete für 500 Toiletten bezahlen möchte. In solchen Fällen müssen wir einen Kompromiss finden. Man nimmt dann zum Beispiel 100 Toiletten, die dafür aber alle zwei Stunden gereinigt werden. Auf Baustellen funktioniert die Rechnung anders.

Was machen Sie mit defekten und zerstörten ToiTois?

Toiletten, die beispielsweise durch Sturmschäden kaputt gegangen sind, ersetzen wir kostenlos. Wenn sie allerdings aktiv zerstört wird, gilt es als Unfall. Es kam auch schon vor, dass ein Kran auf eine Toilettenkabine gestürzt ist. Kaputte ToiTois werden fachgerecht entsorgt und recycelt.

www.toitoi.ch