Viele wollen ihre alte Sauna sanieren. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe. Dass die alte Sauna in das Bad integriert werden soll, ist nur einer davon. Im Interview mit Raphael Bruderer von der Fitness-Partner  AG beleuchten wir sinnvolle Strategien.

Sie kennen sicher die Situation. Viele haben einen alten Holzverschlag im Keller. Was sind abseits von optischen Gründen die zentralen Gründe, die für eine Renovierung einer Sauna sprechen?

Es wird Sie überraschen. Zunächst heisst mein Motto «Laufen lassen».

Never stop a winning Team?

Genau. Wenn der Kunde mit der Grösse, der Optik und der Funktionalität zufrieden ist, wird er von uns nicht überredet, eine neue Sauna zu kaufen oder seine alte Sauna zu renovieren. Es gilt, Gutes zu erhalten und Schlechtes zu ersetzen. Wünscht der Kunde dennoch eine Erneuerung, stellen wir ihm die Kosten von Revision und Neubau gegenüber.

Die Frage ist: Lohnt sich die Revision, oder soll es doch eher eine neue Kabine sein?

Wir empfehlen den Kunden, die Anlage regelmässig zirka alle vier bis fünf Jahre von einem Fachmann überprüfen zu lassen. Er wird sie sicher auf gewisse Mängel oder allfällige Verbesserungen hinweisen und gibt ihnen gerne eine fachliche Auskunft.

In der heutigen Wellnessoase Bad, das ja kein reiner Funktionsraum mehr ist, hat auch sicher eine moderne Sauna Platz. Können Sie uns die zentralen Trends verraten?

Jenseits von Trends steht zunächst der Kundenwunsch an erster Stelle. Diesen Wunsch versuchen wir herauszufinden und erarbeiten dann mit dem Kunden eine passende Lösung. Es gibt dabei Trends, die unsere Kunden aus Hotels oder Fitnessstudios kennen. So ist heuteeine Sauna mit zusätzlichem Feuchtklima (zirka 50  Grad  Celsius / 50 – 60  Prozent relative Feuchtigkeit) im Trend. Das sogenannte Finarium lässt eine Annäherung ans klassische Dampfbad zu. Hier wird das Feuchtklima zugeschaltet. Das ist ein häufiger Kundenwunsch. Man will einen Funktionsmehrwert realisieren, sprich ein Finarium oder den Einbau einer Glastüre oder neue Lichtlösungen. Der Trend geht heute in Richtung Wellness und Kombi-Lösungen. Man holt die Sauna, die früher versteckt war, aus dem Keller und integriert sie in sein Bad. Die Sauna ist im Wohnbereich angekommen.

Wie sehen die weiteren strategischen Schritte bei einer Sanierung aus?

Wir prüfen, ob die alte Kabine den allfällig neuen Wünschen und Herausforderungen entspricht. Bei einer Feuchtklima-Nachrüstung geht es um die Erfüllung der Feuchtigkeitsanforderungen und die ausreichende Qualität der verbauten Materialien. Eine günstige Baumarktsauna verträgt kaum Feuchtigkeit über einen längeren Zeitraum. Zudem sind die Holzqualität und die Art, wie die Kabine in den Raum eingebaut ist, wichtig. Ein weiteres wichtiges Stichwort ist die Dampfsperre, oft eine spezielle Alufolie, eine Schicht, die auf der warmen Seite eines Bauteils angebracht wird und die Wasserdampfdiffusion behindert. Sie soll eine unzulässig hohe Durchfeuchtung der Dämmschicht durch eindiffundierenden Wasserdampf verhindern. Auch die Übergänge gilt es zu überprüfen, was die Feuchtigkeitsdichte betrifft. Ein weiterer zu beachtender Punkt ist die Entlüftung der Sauna.

Wie wird von Ihrer Seite die Platzfrage beurteilt? Meist hat man ja nicht den Platz eines Hotels zur Verfügung.

Es gibt keine Minimumgrösse. Es geht um die Personen, die sich in der Sauna wohlfühlen sollten. Zudem muss ich natürlich die technischen Gerätschaften, wie einen Saunaofen, mit einplanen.

Verwenden Sie Teile des alten Materials bei der Sanierung?

Oft geht es ja nur um eine Teilsanierung. Bei einer privaten Lösung kann es sein, dass wir mit einem professionellen Reinigungsdurchgang, das alte Holz neu erstrahlen lassen. Und schon ist der Kunde zufrieden. Der nächste Schritt besteht oft darin, die alte Holztüre durch eine neue Glastüre zu ersetzen. Das ist fast schon ein Standardwunsch. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Lösung der feuchten Abluft. Solange die Sauna in Betrieb ist, ist die Feuchtigkeit erwünscht, aber dann braucht es eine Lösung, wie man sie wieder wegbekommt. Kondensate sind nicht erwünscht. Bei der Demontage kann man alte Materialien wieder verwenden, wenn sie den hohen qualitativen Ansprüchen entsprechen. Viele ältere Kabinen lassen sich nur mit sehr grossem Aufwand teildemontieren, was dann meist die Kosten übersteigt und eine neue Kabine aus Sicht Preis / -Leistung günstiger kommt.

Warum braucht es bei der Sanierung den Fachmenschen? Es gibt ja viele Hobbybastler, die sich in Baumärkten bedienen können.

Lassen Sie mich das anhand eines Beispiels beantworten. Aktuell wird viel mit furnierten Platten gearbeitet. Diese furnierten Platten sollten mit einer formaldehydfreien Verleimung (geeignet für hohe Temperatur, um die 90 Grad/120 Grad Celsius) bearbeitet werden. Wir kennen Sauna-Anlagen, bei denen sich das Furnier schon nach kurzer Zeit ablöste. Dies erfordert dann in der Folge teure Reparaturen! Mit anderen Worten, was der Kunde dann einkauft und in seiner Kabine verbaut kann gut sein aber auch durchaus Mängel aufweisen. Um dramatische Fehler zu verhindern, braucht es den Fachmann.

Eine Sauna hat viel Hunger auf Energie. Können Sie mich vom Gegenteil überzeugen?

Nicht jede Anlage ist da gleich zu betrachten. So berücksichtigt ein heutiger guter Saunaofen das Thema Energie. Es kommt da auf die Mischung an. Wir sprechen hier von der Konfektion der unterschiedlichen Wärmetypen. Es geht um die Energie, die beim Aufheizen in die Luft geht, und Energie, die sich in den Steinen sammelt. Der weitere Punkt betrifft die Steuerung. Wir steuern heute den Ofen sequenziell an. Es gibt drei Heizphasen, die individuell angesteuert werden können. Mit einer solch optimierten Steuerung können Sie bis zu 30 Prozent Energie sparen. Speziell im Dampfbad kann der Dampferzeuger auf Stand-by-Modus laufen, und erst wenn der Sauna-gast eintritt, fährt die Temperatur hoch. Es gibt viele Möglichkeiten, Energie zu sparen. Ganze Wärmerückgewinnungsanlagen und Ähnliches rechnet sich erst bei wirklich grossen Wellnessanlagen, und da ist es häufig bereits im Lüftungssystem integriert. Daneben spielt der Kabinenaufbau mit der richtigen Position der Abluft sowie einer guten Isolation ebenfalls eine grosse Rolle.

Wie positioniert sich Ihr Haus im Schweizer Markt, der ja eine umfassende Angebotspalette beinhaltet?

Wir bauen jede Kabine (Sauna und Dampfbad) auf Mass. Bei uns gibt es keine Normprodukte. So können wir auf sehr viele bauliche Gegebenheiten Rücksicht nehmen. Saunas können so auch noch nachträglich in einen Raum integriert werden. Wir sind nicht abhängig von der Grösse von Standardelementen. Auch die heutigen hohen Anforderungen an die Optik, damit es eine stimmige innenarchitektonische Lösung gibt, können wir erfüllen. Bei einer Sauna von der Stange geht das alles nicht. Zu guter Letzt stehen bei uns die Beratung und Dienstleistung gegenüber dem Kunden im Vordergrund. Wir besuchen die Leute vor Ort, messen aus, machen Vorschläge und setzen schliesslich die Anlage gemäss baulicher Gegebenheit und dem Kundenwunsch entsprechend um. Selbstverständlich gehört dann auch die Betreuung einer Anlage im Unterhalt zu unserem Angebot.