Die erfolgte Umstellung auf das HD-Format, die Aufschaltung des Programms in den Kabelnetzen von 45 deutschen Gemeinden im Grenzgebiet oder die die Arbeiten zur Realisierung einer Multichannel-Strategie – die Macherinnen und Macher von Telebasel befinden sich am Puls der Zeit und machen den Sender für die Zukunft fit.

Telebasel-CEO Dominik Prétôt skizziert im Interview, welches die neuen Herausforderungen sind und wie sich Telebasel dafür rüstet.

GESCHÄFTSFÜHRER: Wie verändert sich das Fernsehen zurzeit?
Dominik Prétôt: Die Art und Weise, fernzusehen, ändert sich gerade fundamental. Klassisches Fernsehen, wo also die Sender ein Programm zusammenstellen, dazwischen Werbung schalten und das alles den Zuschauern nach Hause auf den Fernsehschirm schicken, wo es dann 1:1 konsumiert wird, gehört bald der Vergangenheit an.

In welche Richtung geht denn der Fernseh-Kkonsum?

Untersuchungen zeigen, dass sich zum Beispiel in den letzten Jahren die tägliche Sehdauer der 15- bis 19-Jährigen in der Deutschschweiz von 92 auf 66 Minuten reduziert hat. Das heisst nicht, dass diese Generation weniger gern Fernsehen schaut,  aber sie schauen die Sendungen nicht mehr zu Hause am TV-Gerät zu einem fixen Zeitpunkt an, sondern auf ihren Smartphones, Tablets oder Computern, dann wenn sie Lust und Zeit dazu haben. Oder sie schauen auf sozialen Netzwerken und entsprechenden Anbietern Clips sowie Filme an und kommunizieren darüber in den Netzwerken. Um jetzt diesen veränderten Sehgewohnheiten, aber auch den dadurch tangierten Interessen und Bedürfnissen der Werbewirtschaft gerecht zu werden, müssen wir als Fernsehsender reagieren und ebenfalls entsprechende Plattformen und technische Möglichkeiten zur Verfügung stellen.

Woran arbeitet Telebasel denn zurzeit konkret?
Wir verstärken die Ressourcen im Bereich der sozialen Netzwerke, um vermehrt mit den Zuschauern interagieren und kommunizieren zu können. Dies wird uns ermöglichen, die Wünsche und Bedürfnisse der Zuschauer besser zu kennen und schneller darauf reagieren zu können. Wenn wir zum Beispiel sehen, dass eine bestimmte Aussage eines Politikers beim Publikum auf ein grosses Echo stösst, können wir das aufgreifen und journalistisch bearbeiten, beziehungsweise auf den verschiedenen Plattformen den Zuschauern zur Verfügung zu stellen.

Was versprechen Sie sich davon?
Daraus entsteht ein Mehrwert für den Zuschauer, aber auch Telebasel wird in die Lage versetzt, daraus neue Inhalte zu kreieren. Dementsprechend investieren wir auch beträchtliche Mittel in den Ausbau unseres Internetauftritts und der Realisierung einer Telebasel-App. Ziel dieser sogenannten Multichannel-Strategie ist es, Telebasel nicht nur standort- und zeitunabhängig zu sehen, sondern auch näher an den Bedürfnissen der Zuschauer zu sein.