Herausragende Standpräsentationen, grosses Interesse vonseiten der Sammler und starke Verkaufszahlen bestätigten die Position der ART BASEL als führende Kunstmesse für zeitgenössische und moderne Werke. Mit der ART in Basel, in Miami Beach und Hongkong hat sich die Strategie der MCH Group bewährt, mit massgebenden Kunstmessen auf drei Kontinenten präsent zu sein.

Im Interview mit dem «Geschäftsführer» blickt Christian Jecker, Leiter Unternehmenskommunikation MCH Group, noch einmal auf die ART  BASEL zurück, kommentiert darüberhinaus aber auch Veränderungen im Messeportfolio der MCH Group.

«Geschäftsführer»: Ihr Kommentar zur diesjährigen ART BASEL?

Christian Jecker: Die 46. Ausgabe der ART BASEL wurde allseits für ihre vielen qualitativ hochwertigen Kunstwerke und die fokussiert präsentierten Stände gelobt. Die Galeristen berichteten über hervorragende Umsätze in allen Marktsegmenten und viele erklärten, dass dies für sie die bisher beste Ausgabe der Art Basel gewesen sei. Die ART ist das Mass aller Dinge in der internationalen Kunstwelt. Allein die Tatsache, dass insgesamt 14 Galerien aus China, Frankreich, Deutschland, Hongkong, Israel, Italien, Japan, der Schweiz, den Vereinigten Arabischen Emiraten und den USA in diesem Jahr erstmals in Basel ausstellten, dokumentiert die ungebrochene Attraktivität dieser Messe.

Über Umsatzzahlen sprechen Sie auch angesichts der diesbezüglich äusserst positiven Rückmeldungen der ausstellenden Galerien nicht?

(lacht) Da die Galerien die konkreten Zahlen nicht kommunizieren, muss ich diese Antwort schuldig bleiben. Aber vielleicht ein paar Eckwerte, um die Dimensionen sichtbar zu machen: Der globale Kunstmarkt wird jährlich mit ca. 50 Mia. Dollar veranschlagt. Die Hälfte davon entfällt auf moderne Kunst – also dem Segment, in welchem die ART positioniert ist. Insgesamt werden an Kunstmessen weltweit jährlich rund 10 Mia. Dollar umgesetzt, sie sind damit der zweitwichtigste Verkaufskanal nach den Galerien selber. Stark zugenommen hat der Online-Handel, der pro Jahr mit zwischen drei und vier Milliarden zu Buche schlägt.

Angesichts des globalen Status und des Erfolges, welche die von der MCH Group ausgerichteten «Leuchtturmmessen» ART oder BASELWORLD geniessen, kann man also – trotz teilweise schwieriger wirtschaftlicher Faktoren wie zum Beispiel dem starken Franken – mit Optimismus in die Zukunft schauen?

Mit der ART in Basel, Miami und Hongkong und der BASELWORLD ist die MCH Group sehr gut aufgestellt. Man muss sich aberbewusst sein, dass diese Weltmessen keine Selbstläufer sind. Und man muss zu ihnen Sorge tragen. Als Veranstalterin kann die MCH Group den Ausstellern zwar hervorragende Lösungen anbieten, weniger Einfluss haben wir aber in Bezug auf erschwerende Rahmenbedingungen und administrative Hürden durch Politik und Verwaltung oder gar auf Störmanöver mit kriminellem Hintergrund wie zum Beispiel einer Bombendrohung an der letzten Art Basel in Basel. Gesellschaftliches Klima, Sicherheit, Ordnung, aber auch das Image der Schweiz im Rest der Welt sind nach wie vor positive Standortfaktoren und für die Aussteller und Besucher wichtige Kriterien, Jahr für Jahr nach Basel zu kommen. Die Frankenstärke ist hingegen ein starker negativer Faktor, auch wenn diese Problematik bei den international ausgerichteten Messen noch weniger im Vordergrund steht.

Und wie sieht die Situation bei den national ausgerichteten Messen aus?

In Bezug auf die Frankenstärke sind mehr und mehr negative Auswirkungen auf die Präsenz von international tätigen und/oder exportorientierten Unternehmen zu erwarten. Sie beschleunigt die Konsolidierungstendenzen, die im nationalen Messewesen aufgrund des gesättigten Messemarktes und der abnehmenden Bedeutung des nationalen Absatzmarktes notwendig sind. Messen sind ein Spiegel des Marktes. Als Messeorganisation müssen wir die Bedürfnisse der Aussteller und Besucher ernst nehmen, aber natürlich auch unsere betriebswirtschaftlichen Ziele verfolgen. Deshalb haben sich zum Beispiel die MCH Messe Basel und die Easyfairs GmbH darauf geeinigt, die beiden Fachmessen Pack & Move/Basel sowie die Transport & Logistics/Bern in einem neuen Konzept zusammenzuführen. Die neue Messe wird ab 2016 jährlich parallel zu den drei Verpackungsmessen von Easyfairs in Zürich stattfinden. Ebenfalls nicht mehr in Basel stattfinden werden die beiden Bildungsmessen Worlddidac und Didacta Schweiz. Der bis Ende 2014 zwischen der MCH Messe Schweiz (Basel) AG und der veranstaltenden Worlddidac Association gültige
Zusammenarbeitsvertrag wurde Ende März 2015 nach mehrmonatigen Verhandlungen ohne Konsens nicht verlängert.

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