Die 45. Ausgabe der Art Basel präsentierte vom 19. bis 22. Juni 285 Galerien aus 34 Ländern über alle sechs Showsektoren und zeigte Werke von über 4’000 Künstlern. Insgesamt 24 Galerien stellten zum ersten Mal in Basel aus. Diese neuen Aussteller kommen aus Brasilien, Chile, China, Deutschland, Frankreich, Italien, Mexiko, Spanien, den USA und England. Die ART zog während denr sechs Messetagen eine Besucherzahl von 92‘000 an – 6‘000 mehr als letztes Jahr. Repräsentanten und Gruppen von über 70 Museen weltweit nahmen neben wichtigen privaten Sammlern aus Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien an der Messe teil.

Im Interview lässt Christian Jecker, Leiter Unternehmenskommunikation MCH Group, die ART Basel nochmals rRevue passieren und nimmt Stellung zum Prozedere der Testplanung bezüglich dem Bau des neuen Parkhauses.

GESCHÄFTSFÜHRER: Sind Sie zufrieden, wie der Name Basel auch durch die diesjährige ART wieder in die Welt getragen worden ist?
Christian Jecker: Diese Frage müssten Sie eigentlich den Verantwortlichen des Basler Standortmarketings stellen! Stellvertretend kann ich das aber natürlich positiv beantworten. Allein das Interesse der internationalen Medien unterstützt diese Aussage, denn insgesamt 1’600 Medienvertreter wurden akkreditiert und transportierten ihre Eindrücke aus Basel in die ganze Welt. Aus Sicht der MCH Group können wir von einer äussert erfreulichen ART Basel 2014 sprechen, sie zeichnete sich durch eine sehr hohe Qualität, gute Verkäufe und eine Rekordbesucherzahl aus. Auch Synergien durch die ArtRT Basel in Hong Kkong waren spürbar,  die sich in mehr asiatischen Besuchern ausdrückte und den Erfolg unseres Engagements dort bestätigte. 

An der diesjährigen ART gab es zahlreiche Neuerungen – können Sie einige herausgreifen, beziehungsweise kommentieren?
Diese Ausgabe ging tatsächlich mit einigen Veränderungen in der Hallenaufteilung  einher. Die einzigen Werke, welche dieses Jahr in Halle 1 ausgestellt wurden, waren die 78 Kunstwerke des Unlimited Sektors, da Statements nach neun Jahren in der Halle 1 in die Halle 2 zurückkehrte und damit dieser jüngeren Generation eine prominentere Platzierung gab. Der Edition Sektor der Messe zog ein Stockwerk tiefer, wodurch auf beiden Stockwerken eine gleichmässigere Aufteilung entstand. Das Auditorium und der Magazine -Sektor wurden innerhalb der Halle 1 verschoben, um diese Fläche nicht nur für zahlende Besucher, sondern auch für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zum ersten Mal war deshalb das komplette Talks -Programm mit über 30 Podiumsdiskussionen kostenlos und öffentlich zugänglich.

Die Künstlerin Milo Moiré fuhr nackt mit dem Tram zur ART, wurde aber nicht in die Messehalle eingelassen – weshalb nicht?
Es ist – und dies triffft auf alle Messen zu  – Besuchenden nicht erlaubt, in den Messehallen eine „«Messetätigkeit“» auszuüben, also zum Beispiel Waren zu verkaufen, Flyer zu verteilen, oder – wie im Falle von Frau Moiré – eine persönliche künstlerische Performance abzuhalten. Solche „«Messetätigkeiten“» sind den Ausstellern, im Falle der ART Basel also den Galerien, welche dafür bezahlen, vorbehalten. Es gab keine Veranlassung, diesbezüglich gegenüber Frau Moiré eine Ausnahme zu machen. Ich denke aber, Frau Moiré hat ihr Ziel, auf sich aufmerksam zu machen, dank grosser medialer Präsenz trotzdem erreicht!

Ebenfalls zu reden gegeben hat die Verhinderung einer unerlaubten Demonstration auf dem Messeplatz durch die Polizei – geschah dies auf Veranlassung der Messe?
Nein. Der Messeplatz ist öffentlicher Raum und gehört zur Allmend. Wenn die Messe den Messeplatz oder Teile davon während einer Messe nutzen will, stellt sie beim Kanton ein Nutzungsbewilligungsgesuch. Mit der Nutzungsbewilligung ist die Auflage verbunden, dass der „«Bewilligungsnehmer für sämtliche Schäden und Unfälle haftet“».
Unabhängig von dieser „H«Haftpflicht“» des Bewilligungsnehmers ist es Aufgabe der Polizei, im öffentlichen Raum für Ordnung und Sicherheit zu sorgen. Sie allein entscheidet, wann und wie sie allenfalls eingreift, wenn Ordnung und Sicherheit ihrer Beurteilung entsprechend nicht oder nicht mehr gewährleistet sind. Der Entscheid der Polizei ist unabhängig davon, ob Anzeige erstattet wird oder nicht, und auch unabhängig davon, von wem allenfalls eine Anzeige kommt. 2013 hat die Messe gegen die „«Favela-Aktion“» lange Zeit nichts unternommen und das Gespräch mit den Demonstranten gesucht. Erst als die Aktion zu einer reinen „«Party“» geworden ist, sah sich die Messe ausser Sstande, ihre „«Haftpflicht“» als Bewilligungsnehmer wahrzunehmen und erstattete Anzeige. Dieses Jahr hat die Messe hinsichtlich der angekündigten Demonstration nichts unternommen.

Nun werden die Ergebnisse der Testplanung zum Neubau des Parkhauses am Messplatz präsentiert. Diese Testplanung nahm doch einige Zeit in Anspruch – weshalb?
Nach den ersten Ergebnissen hat die Messe im Oktober 2013 entschieden, die Büros Herzog & de Meuron und Morger + Dettli mit einer weiteren Vertiefung der Testplanung zu beauftragen. Man hat also sozusagen bereits einen zweistufigen Prozess durchgeführt, der entsprechend mehr Zeit in Anspruch genommen hat.

Was sagen Sie zum Vorwurf, die Messe hätte seinerzeit einen Abriss des Parkhauses verhindert, um die Überbauung des Messeplatzes   „«durchzuboxen“»?
Dieser Vorwurf ist haltlos. Die Komprimierung der Ausstellungsfläche durch eine Überbauung des Messeplatzes war bei der Evaluation der Neubauvarianten eine wichtige Anforderung. Gleichzeitig war es damals – 2005 und 2006 – aus Termin- und Kostengründen nicht möglich, eine grundsätzliche Entwicklungsplanung für das Parkhausareal auf das Hallenneubauprojekt „«draufzupacken“». Jetzt hatten wir genügend Zeit, die künftige Nutzung des Parkhausareals grundsätzlich zu prüfen. Es war immer klar und ist das auch heute: Ein Abbriss beziehungsweise Neubau des bestehenden Parkhauses kann aus betriebswirtschaftlicher Sicht nur in Ffrage kommen, wenn damit effektive Mehrwerte geschaffen werden.

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