Bewohnerinnen und Bewohner des Kantons werden dazu eingeladen, Geschichten über engagierte Personen, vor denen sie den Hut ziehen, zu verfassen. Auf niederschwellige Art und Weise wird damit sozialer Zusammenhalt gefördert und gewürdigt. 
Thomas Kessler, Leiter der Abteilung Kantons- und Stadtentwicklung im Basler Präsidialdepartement, spricht im Interview mit dem GESCHÄFTSFÜHRER über den Stellenwert, den die Basler Regierung der Freiwilligenarbeit einräumt, wie freiwilliges Engagement zum sozialen Zusammenhalt beiträgt und wie das Projekt «schappo ist …» funktioniert.
GESCHÄFTSFÜHRER: Welchen Stellenwert hat für die Basler Regierung das Thema Freiwilligenarbeit?
Thomas Kessler: Die Förderung und Anerkennung von Freiwilligenarbeit ist ein wichtiges Anliegen der Basler Regierung. Daher hat sie diese im Legislaturplan 2013 bis 2017 als Massnahme festgelegt. Freiwilligenarbeit umfasst organisiertes Engagement in einem Verein oder einer Institution. Genauso wichtig sind aber auch die kleinen Aufmerksamkeiten im Alltag, die sogenannte informelle Freiwilligenarbeit. 
Wieso ist freiwilliges Engagement der Bevölkerung so wichtig?
Unser Gemeinwesen könnte nicht ohne nachbarschaftliche Unterstützungsleistungen für betagte Personen oder Angebote von Mittagstischen für die Kinder funktionieren. Auch jemand, der beim Aufbau eines Strassenfestes mithilft, trägt dazu bei, dass die Lebensqualität im Quartier gesteigert wird. Das vielfältige Engagement im direkten Umfeld ist ein zentraler Bestandteil für den sozialen Zusammenhalt, und es steigert die Identifikation mit dem Lebensumfeld. Gemäss Bundesamt für Statistik sind im Kanton Basel-Stadt 30% der Wohnbevölkerung freiwillig engagiert, womit Basel unter dem Schweizer Durchschnitt von 33% liegt. Die Beteiligungszahlen gehen in den letzten Jahren kontinuierlich zurück. Umso wichtiger ist es daher, geeignete Formen zur Förderung und Anerkennung von freiwilligem Engagement zu finden, wie dies auch weiterhin durch die Verleihung des Prix schappo geschieht und neu auch mit dem Projekt «schappo ist …».
Wie funktioniert «schappo ist …»?

Die Leute werden aufgefordert, Geschichten über ihnen bekannte Personen aus ihrem Lebensumfeld zu schreiben, vor deren freiwilligem Engagement sie den Hut ziehen und denen sie «schappo» sagen möchten. Diese Geschichten senden sie via Flyer oder via www.schappo.ch ein, worauf die Person, über die berichtet wird, als Dank für ihr Engagement durch den Kanton und im Namen des/der Geschichtenverfassers/in einen schappo-Pin erhält. Die eingesandten Geschichten werden – nach der Prüfung durch die Projektleitung von schappo – im Web aufgeschaltet. Besonders vorbildliche und eindrückliche Geschichten und ihre Protagonistinnen und Protagonisten werden von der schappo-Kommission ausgewählt und ab Dezember 2014 in verschiedenen Medien porträtiert. Diese haben Vorbildfunktion und sollen die Bedeutung von freiwilligem Engagement auch in der Öffentlichkeit sichtbar machen. Partner aus der Privatwirtschaft tragen das Projekt «schappo ist …» während der Projektdauer von Herbst 2014 bis Ende 2016 finanziell sowie mit Sachleistungen mit. Zudem wird das Projekt von Medienpartnern unterstützt.
Weitere Informationen:
www.schappo.ch