Wie unterscheidet sich eine moderne Genossenschaftswohnung von einer normalen Neubauwohnung?
Kaum! Unsere Wohnungen sind etwas dauerhafter und nachhaltiger gedacht und etwas knapper im Flächenzuschnitt. Die Nutzbarkeit einer Wohnung hängt direkt nicht mit den Quadratmetern zusammen, die Kosten aber schon. Wenn Interessierte unsere Wohnungen besichtigen, wissen sie in der Regel schnell, ob sie dort ihr Leben organisieren können. Sie fragen immer nach dem Mietpreis, aber kaum je nach der genauen Fläche. Daher unsere Maxime: Wohnungen sollen grosszügig und praktisch sein statt grossflächig und trendy.

Sind Wohnstadt-Wohnungen günstiger?
Ja, weil sie knapper geschnitten sind. Unsere Baukosten sind dieselben, und auch die Anfangsmieten können nicht unter den Selbstkosten angesetzt werden. Nach zehn bis 15 Jahren sind unsere Wohnungen günstiger als diejenigen in vergleichbaren Rendite-Objekten. Der Profit bleibt eben in der Genossenschaft vor Ort.

Ist das Genossenschaftsmodell noch zeitgemäss?

Im unternehmerischen Sinne sicher. Genossenschaftsunternehmen wie Raiffeisen, Coop, Migros, Mobiliar können dank ihrer Genossenschaftsstruktur zum Teil andere Werte entwickeln und verfolgen und sind weniger den kurzfristigen und einseitigen Finanzmarktstimmungen unterworfen. Auch ist die Verwurzelung wichtig: Auch nach Jahrzehnten finden sich «Kümmerer» vor Ort. Die Bedeutung der Genossenschaft als reine Miliz-Selbsthilfeorganisation – nach dem Motto: «Wir tun uns
zusammen und machen alles selbst, auch wenn wir‘s nicht wirklich
können»  – nimmt eher ab, dafür sind die Anforderungen an Professionalität zu sehr angestiegen.

Wohnstadt erbringt auch Dienstleistungen!
Die Mitarbeitenden des neunköpfigen Geschäftsstellenteams erbringen vor allem Dienstleistungen in der Immobilienbewirtschaftung und im Rechnungswesen. Dazu kommen Beratung in Bau-, Sanierungs-, Finanzierungs-, Organisations- und Projektentwicklungsfragen für Wohnbauträger.

Was macht Wohnstadt anders als andere Liegenschaftseigentümer?

Dazu ein aktuelles Beispiel: Wir sanieren aktuell eine 120-jährige Liegenschaft im Matthäusquartier mit Kleinwohnungen, WC im Treppenhaus und mit Ateliersflächen. Zusammen mit den beauftragten Architekten haben wir ein Konzept erarbeitet und der Mieterschaft präsentiert. Wir haben schliesslich erreicht, dass das Haus unbewohnt umgebaut werden kann. In den neuen, teilweise 4- statt 1- bis 2-Zimmer-Wohnungen und den Ateliers ziehen nach der tiefgreifenden Erneuerung in diesem Sommer wieder die gleichen Mieter ein, z. T. in anderen Konstellationen. Ein solcher Prozess (ohne Mieterschlichtungsstelle) kann nur gelingen, wenn man ergebnisoffen agiert und kompromissbereit ist. Bei vielen Immobilienbesitzern sind Erstellung und Betrieb personell getrennt organisiert. Wir kennen unsere Liegenschaften, deren Geschichte, Stärken und Schwächen. Und wir wissen, welche Entscheidungen sich im jahrzehntelangen Betrieb wirklich bewähren. Diesen Erfahrungsschatz nutzen wir.

Wie finanziert sich Wohnstadt?

Unser Eigenkapital von aktuell CHF  11 Mio. kommt von über 600 Genossenschaftsmitgliedern. Dies sind Mieter, aber auch Ehemalige, Unternehmen, Sympathisanten, und viele mehr. Wir verzinsen das Anteilscheinkapital unserer Mitglieder seit vielen Jahren über 2 % Zins.

www.wohnstadt.ch