Der Optimismus der Realturner gründet auch auf der Tatsache, dass es die Mannschaft nach dem letztjährigen Aufstieg geschafft hat, die letzte Saison mit dem Klassenerhalt zu krönen. Nicht unerwartet musste der RTV dabei den Weg über die Abstiegsrunde nehmen, blieb aber dort in zehn von zwölf Spielen unbesiegt und sicherte sich damit souverän den Ligaerhalt. Mit Bruno Kozina hatten die Basler ausserdem den Spieler, der über die gesamte Saison am meisten Tore aus dem Spiel heraus erzielte.

Im Interview mit dem «Geschäftsführer» blickt demnach RTV-Präsident Alex Ebi optimistisch auf die bevorstehende Saison. Alex Ebi, im Hauptberuf Generalagent Helvetia Versicherungen, ist seit 2002 Präsident des Basler Traditionsclubs. Er wurde mit dem RTV zwei Mal Schweizer Meister (1984, 1986), war 69-facher Nationalspieler – er schoss dabei 179 Tore – und Mitglied der Weltauswahl (1988).

«Geschäftsführer»: Sie haben in einem Interview gesagt, der RTV sei auch in der neuen Saison ein Favorit für den Abstieg – Realismus oder Zweckpessimismus?

Alex Ebi: Eigentlich hoffe ich ja nicht, dass wir ein Favorit für den Abstieg sind, aber realistischerweise – wenn man zum Beispiel unsere finanziellen Möglichkeiten zugrunde legt – gehört der RTV zu den drei, vier Mannschaften, welche mit dem Abstieg zu tun haben werden.

Wie erklären Sie sich, dass der RTV eine derart souveräne Abstiegsrunde gespielt hat?
Ich hatte schon während der ganzen Saison den Eindruck, dass die Mannschaft besser als in der vorangehenden Spielzeit war, was man ja nicht unbedingt voraussehen konnte. Im Herbst hatten wir dann ein bisschen Verletzungspech – das wirkt sich dann schneller negativ aus als bei den Spitzenteams –, aber als dann die Verletzten wieder ins Team zurückgekommen sind, kehrte Stabilität in die Mannschaft zurück. Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, dass die Mannschaft kontinuierlich an Selbstvertrauen gewann. Grundsätzlich hat die Mannschaft einen Schritt nach vorne gemacht und präsentierte sich mit weniger Schwankungen.

In welcher Zusammensetzung präsentiert sich das Team für die bevorstehende Saison?
Das Team konnte auf den wesentlichen Positionen zusammengehalten werden und wurde punktuell verstärkt sowie ergänzt. Besonders freue ich mich auf Rückkehrer Simon Wittlin, der einer der besten Kreisläufer der Schweiz ist. Rund um die Führungsspieler Jurca, Topskporer Kozina, Stamenov, Goepfert oder Torhüter Steiner – von den Lesern der Fachzeitschrift HAndBall zum zweitbeliebtesten Schweizer Handballer gewählt – konnten wir ein Team vor allem mit jungen, regionalen Spielern aufbauen, welche vielversprechendes Potenzial haben und nun in der Lage sind, auf gutem Nationalliga-A-Niveau zu spielen.

Wie sind Sie zum neuen Trainer, Joop Fiege, gekommen?
Der Kontakt ist durch den Schweizerischen Handballverband anlässlich eines Spiels gegen die Nationalmannschaft von Holland, die von Joop Fiege trainiert wird, zustande gekommen. Von Joop Fiege glauben wir, dass er der Richtige ist, vor allem unsere jungen Spieler weiterzubringen und besser zu machen. Diese jungen, aus der Region stammenden Spieler sind die Zukunft des RTV. Sie entsprechen nicht nur unseren finanziellen Möglichkeiten, sondern sorgen für Zuschauerbindung und damit auch für Interesse bei Sponsoren und Mäzenen. Wäre doch schön, wenn in Basel zukünftig nicht nur für Kultur, sondern auch für ein regionales, sportliches Aushängeschild wie den RTV Unterstützungsgelder fliessen könnten!

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