Seit über 50 Jahren ist die Marquis-Gruppe für Gewerbe, Industrie, Gemeinden und Stadtverwaltungen, Hausbesitzer oder Immobilienverwaltungen tätig. Der Name Marquis steht dabei für innovative, grösstenteils selbst entwickelte und auf neustem technischen Standard stehende Lösungen in den Bereichen Reinigung, Prüfung, Untersuchung sowie Sanierung von Abwassersystemen und -kanälen, Entleerung von Gruben und Schächten, Sondermüll-Entsorgung, Tankreinigungen, Schlammtransporte, Weiherentschlammung, Reinigung von Bacheinläufen, Sondereinsätze in Sportstadien oder im Tunnelbau.
Im Gespräch mit dem GESCHÄFTSFÜHRER erklärt Andreas Marquis, weshalb er sich so für die Schaffung des neuen Berufsbildes des/der Entwässerungstechnologen/-login EFZ eingesetzt hat und wie daraus auch ein Imagegewinn für die gesamte Branche resultiert.
GESCHÄFTSFÜHRER: Warum soll ein Unternehmen Lehrlinge ausbilden?
Andreas Marquis: Ich halte es für die Pflicht eines Unternehmens, Lehrlinge auszubilden, so hatten wir in unserem Betrieb schon immer drei KV-Lehrlinge. Leider gab es aber bis vor gut einem Jahr keine in unseren Tätigkeitsfeldern anerkannte Ausbildung. Deshalb haben wir in unserem Unternehmen schon vor zehn Jahren einen eigenen Ausbildungsbereich geschaffen, um jungen Menschen das für unsere vielseitigen Tätigkeiten erforderliche Know-how selbst zu vermitteln. Ich selbst habe drei Lehrbücher dazu verfasst und immer wieder den Ausbau der Ausbildung in unserem Betrieb vorangetrieben. 
Was war Ihre Motivation, sich für das Berufsbild des/der Entwässerungstechnologen/-login EFZ einzusetzen?
Obwohl sich die Abwasser- und Entsorgungsbranche in den letzten Jahren stark entwickelt hat, hatte sie immer mit dem Image der «Kanalratte» – oder des «Gülle-Suugers», wie es früher hiess – zu kämpfen, also dem Arbeiter, der sich für seine Arbeit im Untergrund schmutzig machen musste. Ich habe da schon früh gegengesteuert, die Mitarbeitenden mit sauberer, attraktiver Arbeitskleidung sowie modernstem Hightech-Arbeitsgerät ausgerüstet und ihnen vermittelt, dass sie zur Erhaltung unserer Infrastruktur beitragen. Sie müssen sich vorstellen, die Länge des schweizerischen Abwassernetzes beträgt rund 90’000 km. Dies entspricht einer Strecke des zweifachen Erdumfanges! Der Gesamtwert der Entwässerungsanlagen beträgt knapp 100 Mia. Franken. Diese Infrastruktur gilt es, für unsere Zukunft sicherzustellen und somit auch einen grossen Anteil zum Schutze unserer Umwelt zu leisten.
Waren denn andere Unternehmen Ihrer Branche nicht auch daran interessiert, Lehrlinge auszubilden?
Es brauchte viel Überredungsarbeit(weil 2x überzeugen???), die Unternehmen der Branche, welche ja auch Mitbewerber sind, davon zu überzeugen, dass eine gute, anerkannte Ausbildung zukunftssichernd für die Branche ist. Heute hat sich diese Betrachtungsweise durchgesetzt, und es gibt den Ausbildungsdachverband der Kanalunterhaltsbranche (advk), welcher sich professionell mit der Ausbildung des Nachwuchses auseinandersetzt und auch in der Öffentlichkeit aufzeigen kann, dass der/die Entwässerungstechnologe/-login hoch spezialisierte Experten sind, welche mit modernstem Hightech-Gerät an den unterschiedlichsten Orten unter spannenden Bedingungen und Anforderungen arbeiten. Dabei leistet der/die Entwässerungstechnologe/-login einen immer wichtiger werdenden Beitrag für die Wirtschaft und die Allgemeinheit.
Seit August 2013 ist der/die Entwässerungstechnologe/-login EFZ ein anerkannter Beruf – wie viele bilden Sie aus und was sind die Karrierechancen?
Am 10. August 2013 haben die ersten beiden Auszubildenden bei der Marquis-Gruppe ihre Ausbildung angefangen. Jedes Jahr werden wir zwei neuen eine Lehrstelle anbieten. Auch bei anderen Unternehmen hat dieser Prozess begonnen – zurzeit gibt es rund 20 Auszubildende in der Schweiz. Die Berufschancen sind natürlich individuell verschieden, in der Regel profiliert man sich nach dem Lehranschluss zum Beispiel als Gruppenchef, führt Kundengespräche, plant die Arbeiten, setzt die Mitarbeiter ein oder ist für die Qualitätskontrolle verantwortlich. Zum Job gehört natürlich das Beherrschen der verschiedenen Technologien und die entsprechenden Weiterbildungen, oder/und man macht die Lastwagen- sowie die Anhänger-Prüfung. Nach der Lehrausbildung kann man sich zum Sanierungs- oder Dichtungsspezialisten weiterbilden (weil …spezialisten spezialisieren???), sich zum Vorarbeiter, Disponenten, technischen Kaufmann oder Kundenberater ausbilden. Dank der guten Basisausbildung hat man zudem viele Möglichkeiten für andere Berufe.    
Entwässerungstechnologe/-login EFZ

Die Tätigkeitsfelder sind: Reinigung, Entleerung, Wartung, Inspektion
und Sanierung von Entwässerungsanlagen im privaten und öffentlichenBereich. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Siedlungsentwässerung,zum Erhalt und zum reibungslosen Funktionieren von Entwässerungsanlagen(Schächte, Kanäle, Leitungen und Rohre).
Die Dauer der Ausbildung beträgt drei Jahre. Bei sehr guten schulischen Leistungen kann während der Grundbildung die Berufsmaturitätsschule besucht werden.
Die Weiterbildung erfolgt durch Kursangebote von Fach- und Berufsfachschulen sowie vom Ausbildungsdachverband der Kanalunterhaltsbranche (advk) sowie durch Bildungsgänge in verwandten Fachbereichen durch Fach- und höhere Fachhochschulen.
Weitere Informationen:

Ausbildungsdachverband der Kanalunterhaltsbranche (advk)
Sekretariat
Wohlerstr. 2
CH-5623 Boswil
Tel: 056 678 80 34
www.advk.ch 
MARQUIS AG Kanalservice
Wölferstr. 15
CH-4414 Füllinsdorf
Tel.: 061 717 88 17
Fax: 061 717 88 18
Gratis-Piketnummer: 0800 321 222 (24-Stunden-Service)
E-Mail: info@marquis.ch
Internet: www.marquis.ch