Wer vom Bahnhof Olten zum Standort der Firma Ribag Licht AG in Safenwil fährt und den kürzeren Weg wählt, muss über eine Hügelkette fahren und kommt an sehr unterschiedlichen Businesslandschaften vorbei, die die Volkswirtschaft der Schweiz im ländlichen Raum prägen. Auf der einen Seite kommt man an landwirtschaftlichen Betrieben vorbei, die hoch subventioniert sind. In den letzten Jahren hat es einige Veränderungen gegeben, was die Richtung der Subventionsströme betrifft. Ohne Frage ist es sinnvoller, dass Landwirte für von ihnen erbrachte gemeinwirtschaftliche Leistungen wie die Landschaftspflege via Direktzahlungen entschädigt werden, als durch Marktstützungsmassnahmen und Inputsubventionen die Überproduktion zu fördern. Allerdings verhindert die Bauernlobby parteienübergreifend in Bern eine weitere Debatte, wie solch eine teure Landwirtschaftspolitik in der Zukunft noch zu rechtfertigen ist. Auf der anderen Seite sieht man Gewerbebetriebe, die im internationalen Wettbewerb stehen und seit einem Jahr nach der Aufhebung der Währungsbindung durch die Zentralbank unter einem noch härteren Innovationsdruck stehen. Dazu gehört auch der Lichtproduzent Ribag Licht AG. Der Markt um die spannenden Lichtlösungen ist hart umkämpft. Die berühmt-berüchtigten asiatischen Anbieter haben schon grosse Namen an den Rand ihrer Existenz gebracht. Zum Beispiel Osram. Der Börsenstart vor einigen Jahren lieferte kein Feuerwerk ab, sondern dimmte wie eine alte Glühbirne mit zehn Watt Leistung vor sich hin. Im Jahr 2015 kursierten über die Siemens-Tochter Zerschlagungspläne, und Standorte wurden infrage gestellt. Da stellt sich dann die naheliegende Frage, wie kann ein kleinerer Anbieter im Hochpreisland Schweiz das besser machen?

Organisatorisch gleicht der Leuchtmittelanbieter vielen anderen KMU in der Schweiz. Man findet kaum mehr klassische Fabriken, sondern Manufakturen, die aber mit neusten Technologien arbeiten. Viele Komponenten werden vom Weltmarkt bezogen und dann vor Ort zusammengestellt. In Safenwil setzen die Verantwortliche auf Licht in seiner schönsten Form, kombiniert mit fortschrittlichster OLED- und LED-Technologie und vereint mit ausgeprägter Leuchtenästhetik: Das ist RIBAG. Für Andreas Richner, den Firmeninhaber der Ribag Licht AG, kann man «Licht nicht nur mit dem Luxmeter messen». Neben der Technologie müssen die anderen Komponenten ebenfalls stimmen.

Für das Schweizer Unternehmen ist Licht zudem eine bedeutende Komponente der Architektur. So setzt sich RIBAG seit 1995 aus Überzeugung und Leidenschaft für höchste Funktionalität, perfekte Qualität und formal reduzierte Ästhetik ein. Die Unternehmensphilosophie spürt man schon, wenn man die Räumlichkeiten betritt. Unterschiedliche Flächen, Formen und Räume entfalten mit passenden Lichtlösungen ihren speziellen Reiz. Das ist Licht in seiner emotionalen Form zum Anfassen. Neuste Lichttechnologien in Kombination mit einer passenden optischen Botschaft, so kann man die Kernaussagen zusammenfassen.

Kleine Geschichte
In den 20 Jahren begleitete das Unternehmen aktiv die Technologieentwicklungen. Das reicht von den Halogenspots über Niedervoltlösungen und dünnen Leuchtstoffröhren bis zu den heutigen LED-Lösungen. Jetzt ist man mit einer OLED-Lösung auf dem Markt. Bei anderen Wettbewerbern befindet sich diese Technologie noch in der Entwicklungsabteilung.

Im Jahre 1995 wurde die RIBAG Licht AG durch Heinrich Richner gegründet: Die ersten Design-FL-Leuchten gingen in Produktion. Durch die Zusammenarbeit mit dem Designer Erwin Egli wurde die Röhre salonfähig – ein leuchtender Strich, überwältigend schlicht, perfekt in hochwertiger Architektur. TRAPEZ, die erste Leuchte der neu gegründeten Firma RIBAG, bereitete den Boden für weitere Innovationen. Durch die Überarbeitung des erfolgsgekrönten Designs von TRAPEZ und mit der neuen T5-Fluoreszenztechnologie entstand 1999 SPINA. Die zeitlosen Lichtwerkzeuge der SPINA-Leuchtenfamilie gelten heute als Klassiker für innovatives Lichtdesign. Durch die Suche nach der optimalen Beleuchtung in der Architektur und der engen Zusammenarbeit mit verschiedenen Designern und Architekten lanciert RIBAG seit 1997 jedes Jahr mindestens eine neue, formal wie funktional überzeugende Leuchtenkollektion.

Generationenübergabe
Das Thema Nachfolgeregelung ist in vielen Familienunternehmen der Schweiz ein heisses Eisen. Die zweite Generation der Familie Richner kam zu Beginn des neuen Jahrtausends zur RIBAG Licht AG. Ab 2001 wuchs Sohn Andreas Richner Schritt für Schritt in das Unternehmen hinein und übernahm 2011 die Geschäftsleitung. Dass RIBAG auch weiter erfolgreich nach optimalen Leuchten forscht, zeigte sich 2009: Dem Familienbetrieb gelang mit FLISC die Innovation im Bereich LED: Als Hybrid zwischen LED und Leuchtstofflampe verbindet FLISC das Beste beider Lichttechnologien. Auch die zweite Generation der Familie Richner wird mit hohen Ansprüchen und ausgeprägtem Entwicklungsgeist den Fortschritt, im Zeitalter der LED-Technik, weiterführen.

Die Zukunft hat begonnen
Die OLED-Technologie macht wiederum deutlich, dass die stete Suche nach neuer Technologie und überzeugendem Design seit 20 Jahren an erster Stelle steht. Daher ist es nicht überraschend, dass RIBAG mit der Leuchtenfamilie OVISO 2014 die weltweit erste komplette Produktfamilie mit der neuen OLED Lichttechnologie präsentierte. Heute wie damals löst RIBAG zukunftsweisende Beleuchtungsaufgaben. Aus der langjährigen, erfolgreichen Zusammenarbeit mit Designern und Architekten resultieren Produkte von klarer Ästhetik, Funktionalität und Nachhaltigkeit. Die Leuchten von RIBAG wurden mehrfach ausgezeichnet, so mit dem reddot Design Award, dem Interior Innovation Award oder mit dem German Design Award.

Lichtlösungen in der Galerie
Licht gilt es in der Praxis zu begutachten. Daher gibt es im Unternehmen unterschiedliche Räume, die die Praxis mit unterschiedlichen Lichtlösungen simulieren. Lichteffekte, Lichtfarben und Lampentechnologien können hier in unterschiedlichen Situationen inszeniert und erlebbar gemacht werden. Das Licht des Mittags ist eher blau und klar. Wir brauchen es beispielsweise über dem Besprechungstisch im Büro. Warmes Licht des Abends ist eher rot und entfaltet über einer Holzskulptur eine angenehme Faszination.

In der neuen Light Gallery zu begutachten ist konkret das Licht der Leuchten OVISO mit OLED-Technologie (Wand / Anbauelement), LUNIK, SPYKE (Anbaustrahler-Element), SPINAled / SPINAled chrom (Pendel), CUBO, METRON Downlight (Pendel, Einbau) / METRON Blende 80 / METRON opal (Einbau), TWIST und die Neuheit ARVA. Mit dieser Auswahl zeigt sich die Licht- und Designgeschichte von Ribag vor passendem Hintergrund. Dank der technischen Möglichkeiten sind alle Leuchtengruppen einzeln schalt- und dimmbar, voreingestellte Szenen sind abrufbar und über ein iPad steuerbar. In den neuen Räumlichkeiten können diverse Situationen lichttechnisch simuliert werden. Der Showroom ist deshalbin fünf Bereiche unterteilt:

Technischer Bereich: Hier werden unterschiedliche Lichtfarben vorgestellt und welchen Einfluss diese auf Farben und Materialien haben. Die Lichtfarben 2 700 K extrawarmweiss, 3 000 K warmweiss sowie 4 000 K neutralweiss können in diffusem und direktstrahlendem Licht vorgeführt werden. Mit der OVISO-Lichtinstallation (OLED) wird gezeigt, dass Freiformen, die trotzdem eine optimale Ausleuchtung hervorbringen, in der Lichtgestaltung möglich sind.

Ladenbau / Museum: Im Shop-Bereich wird darauf eingegangen, wie Verkaufsgegenstände angeleuchtet werden können und welchen Einfluss die Lichtfarbe auf die Produkte hat. Die Wandregal- und die Warenpräsentation ist ausgeleuchtet, die Lichtfarbe frei wählbar.

Im musealen Bereich wird die Beleuchtung von Kunst genauer betrachtet. Bilder werden mit flächigem Licht beleuchtet, für Skulpturen sind spezielle Leuchten installiert, die die Objekte optimal hervortreten lassen. Unterschiedliche Lichtszenen (über Taster abrufbar), bei gleicher Einrichtung, können verschiedene Emotionen auslösen. Lichtfarbe dieses Bereichs: 3 000 K.

Gastrobereich:
Mittels einer Bartheke wird aufgezeigt, wie beispielsweise die Präsentation von Flaschen und Gläsern mittels Unterleuchtung in Szene gesetzt werden kann. Weiter wird gezeigt, wie der Raum sich bei unterschiedlicher Lichtstimmung verändert und der Fokus auf einen bestimmten Bereich gelenkt werden kann. Lichtfarbe dieses Bereichs: 3 000 K.

Loungebereich: In der Lounge herrscht eine weiche Lichtatmosphäre. Licht wird akzentuiert eingesetzt und einzelne Möbel dadurch hervorgehoben. Auch hier kann der Raum, mittels Lichtszenen, unterschiedlich erlebt werden. Lichtfarbe in der Lounge: 2 700 K.

Sitzungsbereich: In diesem Raum werden die Bedürfnisse in einem Besprechungszimmer oder Büro aufgezeigt. Wo braucht es Licht, und in welcher Stärke ist es nötig? Wie wird eine Präsentation ins rechte Licht gerückt? Oder wie kann ein Chefbüro oder ein Grossraumbüro korrekt beleuchtet werden? Diese unterschiedlichen Nutzungen sind mittels Lichtszenen abrufbar. Lichtfarbe: 4 000 K.

Die Light Gallery ist nach Voranmeldung für Interessierte geöffnet.