Gründe für eine Reise nach Paris gibt es viele: den gusseisernen Koloss Gustave Eiffels, die weltberühmten Sammlungen des Louvre und des Musée d’Orsay, den frühgotischen Säulenwald von Notre-Dame, die schneeweisse Basilika Sacré-Cœur, einen Bummel auf den Champs-Élysées oder über den Montmatre, die endlose Reihe von Edelboutiquen entlang der mondänen Rue du Faubourg Saint-Honoré oder eine romantische Lichterfahrt auf der Seine. Aber natürlich ist Frankreichs Kapitale auch eine Topdestination für Foodies. Schliesslich locken hier nicht nur zahllose Märkte und einige der schönsten Delikatessengeschäfte der Welt, sondern auch mehr als 10.000 Cafés, Brasserien und Bistros, die mit einer gastronomischen Bandbreite aufwarten, die London oder New York ebenbürtig ist. Ganz zu schweigen von den legendären Gourmettempeln der Stadt. So glänzen in der Seine-Metropole aktuell gleich über neun Restaurants drei Michelin-Sterne. Imagine testete das neue Restaurant LiLi im Peninsula und den Gourmettempel Guy Savoys.

Geschäftsführer:  Monsieur Savoy, in einem Satz: Was unterscheidet Ihr Pariser Signature-Restaurant von den immerhin acht weiteren von drei Michelin-Sternen gekrönten Feinschmeckertempeln der Stadt? 

Guy Savoy: Nun, nach einem Besuch in meinem Restaurant können Sie diese Frage sicher besser beantworten als ich selbst … ich bin gespannt auf Ihre Meinung!  
Aber gibt es nicht doch so etwas wie einen unverwechselbaren Guy Savoy Style?

Was meine Gerichte angeht, so habe ich nur eine Regel: nie mehr als drei Elemente auf einem Teller. Ausserdem ist das Produkt heilig! Das bedeutet, dass ich es respektiere, so wie es ist, und deshalb so unverfälscht wie möglich präsentieren möchte. Was das Restaurant betrifft, habe ich versucht, eine  ästhetische und warme Atmosphäre zu schaffen, in der sich meine Gäste wirklich wohlfühlen. Dazu tragen auch zahlreiche Kunstwerke bei: Grafiken und Gemälde für die Wände und kleine Objets d’art auf den Tischen.   
Gibt es ein typisches Guy-Savoy-Signature-Gericht, etwas, das Gäste bei einem Besuch in der Rue Troyon auf keinen Fall verpassen dürfen?
     
Da haben meine Gäste einen eindeutigen Favoriten: die Artischockensuppe mit schwarzen Trüffeln, begleitet von einer Brioche mit Pilzfüllung und Trüffelbutter. Aber für mich persönlich sind alle meine Rezepte Signature-Gerichte, denn sie sind Ausdruck meiner Persönlichkeit.      
Für viele Menschen ist Paris nach wie vor die kulinarische Welthauptstadt. Würden Sie dem zustimmen?
  
          
Als einer der Protagonisten der Pariser Gastroszene – ich betreibe ja alleine in Paris vier Restaurants – würde ich sagen, dass die Stadt in der Tat nach wie vor an der kulinarischen Weltspitze steht. Nicht alleine, aber an erster Stelle. Nicht umsonst beschreiben ja auch Kollegen wie Thomas Keller, Tom Kitchin oder Gordon Ramsay, die alle bei mir gearbeitet haben, ihre Zeit in Frankreich als entscheidenden Impuls. Paris bietet einfach eine schier atemberaubende Vielfalt, und die angebotenen Produkte sind von höchster Qualität. Gleichzeitig sind sie ein Spiegel der unterschiedlichen Regionen Frankreichs und ihrer jeweiligen Terroirs. Die Qualität der Hauptstadtküche ist deshalb untrennbar mit diesem vielfältigen Angebot und seiner erstklassigen Qualität verbunden – beides bedingt sich quasi gegenseitig.   
Für diejenigen, die schon alles gesehen und probiert haben – haben Sie ein paar Tipps für das perfekte kleine Restaurant, Bistro oder Café, wo wir Guy Savoy an einem Samstagabend treffen könnten? 

Ich entdecke jede Woche ein «perfektes kleines Restaurant, Bistro oder Café»! (Lacht) Im Ernst: Paris ist voll davon, gehen Sie einfach auf Entdeckungstour und folgen Sie Ihrer Intuition. 

Wo finden Foodies in Paris das ultimative kulinarische Souvenir?

Auch da gilt: Lassen Sie sich einfach durch einen der zahllosen Märkte treiben, schauen Sie aufmerksam in die Auslagen einer traditionellen Charcuterie oder Fromagerie, spazieren Sie in eine Bäckerei, aus der Ihnen der Duft von frisch gebackenem Baguette entgegenströmt und essen Sie ein knuspriges Croissant, lesen Sie die Speisekarte im Fenster eines kleinen Restaurants, träumen Sie von einem rauschenden Fest und treffen Sie sich mit ein paar französischen Freunden zu einem gemeinsamem Essen, bei dem Sie sich über die servierten Gerichte, Ihre Lieblingsprodukte und kulinarische Erfahrungen austauschen. Diese herrlichen Erinnerungen nehmen Sie dann mit nach Hause – die setzen garantiert keinen Staub an …