Mit Dr. med. Elke Regina Maritz hat die Kindertagesklinik in Liestal seit einigen Monaten eine neue Chefärztin, die auf Vernetzung und Zusammenarbeit statt Abschottung setzt. Darum zeigt sich die Klinik heute mit einem anderen, einem offenen Gesicht und blickt frohgemut in die Zukunft. 

Elke Maritz’s Händedruck ist genauso fest wie der einer Frau, die überzeugt ist von dem, was sie tut. Dieses und andere nonverbale Zeichen zeigen klar auf, dass Zielstrebigkeit, Konsequenz, Zuverlässigkeit und Entschiedenheit die neuen Tugenden sind, um die KTK zu dem zu machen, was sie verdient hat, nämlich zu einer Institution in der pädiatrischen Gesundheitsversorgung mit grosser Anerkennung und einem hohen Ansehen bei der Bevölkerung, den Spitalpartnern, den kollegialen Zuweisern und bei der Kantonsregierung. Maritz ist seit Januar 2015 Chefärztin der Kindertagesklinik in Liestal (KTK). Jener Klinik, die Anfang 2013 noch kurz vor dem Aus gestanden hatte und der kaum jemand, vor allem nicht die Neider, eine Überlebenschance gegeben hat. 

Frau Dr. med. Elke Regina Maritz ist eine erfahrene Kinder-und Jugendärztin mit Spezialisierung in Pädiatrischer Infektiologie und Tropenmedizin. Ihre pädiatrische Ausbildung hat sie in Deutschland am Klinikum Ludwigsburg, Lehrkrankenhaus der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg absolviert. Die tropenmedizinische Ausbildung begann sie in der Tropenklinik Paul Lechler Krankenhaus, Tübingen, sowie an der School of Tropical Medicine der University of Liverpool, UK, die sie mit ihrer pädiatrisch infektiologischen Weiterbildung an der University of Stellenbosch, Tygerberg Children`s Hospital, Department of Paediatrics & Child Health, Infectious diseases family clinic und Children’s Infectious Diseases Clinical Research Unit, Cape Town, Südafrika, für mehrere Jahre fortführte. Dort war sie auch auf dem Sektor Public Health zur Verbesserung von Gesundheitsstrukturen und Krankheitsfrüherkennung bei Kindern v.a. mit infektiologischen Erkrankungen wie HIV und Tuberkulose in leitender Position tätig. Anschliessend war sie als Oberärztin in der Klinik für Kinder-und Jugendmedizin, Helios Klinikum Pforzheim, Lehrkrankenhaus der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg beschäftigt.

Sie hat sich die Optimierung der Gesundheitsversorgung der Kinder und Jugendlichen, inklusive behinderter Kinder, zum Ziel gesetzt. Wenn ein Kind erkrankt, ist dies immer ein gewaltiger Einschnitt im Tagesablauf und Leben der Familie. Umso wichtiger ist ein kindgerechter und familienkompatibler Behandlungsansatz, der so wenig traumatisch und disruptiv im Kind- und Familienleben gestaltet werden soll. Eine tagesstationäre Betreuung und Behandlung des Kindes, das abends wieder bei Mama und Papa zu Hause sein kann, trägt ungemein zur positiven Krankheitsverarbeitung und Genesung des Kindes bei. Und schon erfüllt Kinderweinen die gerade noch ruhigen Räumlichkeiten an der Oristalstrasse 87a in Liestal, inmitten des Gewerbegebiets. Ein Mädchen hat sich an der Hand verletzt, Blut fliesst. Sofort kümmert sich Pflegefachfrau Ursula Läuchli um die Verletzte, derweil sich ihr Bruder in der Spielecke einnistet. Puppen warten hier und ein ganzer Fuhrpark für die Jungs. «Es kommt vor, dass die Kinder gar nicht mehr fort wollen», sagt Maritz.

Ausbau der Dienstleistungen

Sie fühlt sich wohl hier, lobt das Schweizer Gesundheitssystem, will etwas bewirken. Das schafft sie, indem das Angebot der KTK weiter ausgebaut wird. Ziel ist, ein kompaktes, breites Angebot an medizinischen Leistungen für kleine und grosse Patienten zu bieten. Das Team der KTK besteht aus erfahrenen Fachärzten der Kinder- und Jugendmedizin mit diversen Subspezialisierungen sowie Spezialisten der Kinderchirurgie, Anästhesie und Zahnmedizin. Geplant ist, die Zusammenarbeit mit den praktizierenden Kinderärzten und Allgemeinmedizinern zu intensivieren und das miteinander. Das Angebot für tagesstationäre Operationen und Zahnbehandlungen soll ausgeweitet werden. Ziel ist auch die Ausweitung der KTK als Kompetenz- und Ausbildungszentrum für Kinderärzte, die zukünftig eine Praxistätigkeit anstreben. Es gibt aktive Pläne der internationalen Multiplikation des erfolgreichen und zukunftsträchtigen Konzepts der Kindertagesklinik. Weiter soll das Angebot um HNO-ärztliche Behandlungen erweitert werden. Spezialambulanzen werden errichtet für Gastroenterologie, Pulmologie/Allergologie, Infektiologie- und Reisemedizin etc. Die KTK bietet weiterhin sämtliche Ultraschalluntersuchungen, Röntgen, Lungenfunktionstests, Allergie-und Nahrungsunverträglichkeitsabklärungen. Die Diagnostik wurde bereits erweitert, bald soll es eine sozialpädiatrische Sprechstunde und einen Ausbau in den fachärztlichen Gebieten Orthopädie und Dermatologie geben.

Teil der Grundversorgung

Die KTK versteht sich als Brücke und unverzichtbares Bindeglied in der Gesundheitsversorgung von Kindern in Baselland zwischen einerseits niedergelassenen, praktizierenden Kinder- und Hausärzten sowie Allgemeinmedizinern in der Region, dem Kantonsspital Liestal als auch dem Uni-Kinderspital beider Basel (UKBB). Die Kindertagesklinik hat 365 Tage im Jahr geöffnet, das tagesstationäre Konzept ist kinder- und familiengerecht sowie kosteneffektiv und zukunftsträchtig. Behandelt werden leichte bis mittelschwere Erkrankungen und akute Notfälle inklusive unfallchirurgischer Versorgung von Knochenbrüchen, Schnitt-, Platz- und Schürfwunden, Prellungen etc. Für schwere Erkrankungen, die einen Krankenhausaufenthalt erforderlich machen, oder bei speziellen Fragestellungen, arbeitet die KTK eng mit dem Universitätskinderspital beider Basel (UKBB) in Basel zusammen. 

Erfolgreiche Observation

Die Kindertagesklinik ist eine Mischung aus Kinderarztpraxis und hochspezialisierter Klinik. Ärzte, Krankenschwestern und ein Kinderchirurg teilen sich hier die notwendigen 400 Stellenprozent. Neben der Behandlung von Kindern mit leichten bis mittelschweren Erkrankungen und akuten Notfällen besteht ein breites kinderchirurgisches Angebot. Weiterhin werden Zahnoperationen für Menschen mit Behinderung durchgeführt und es besteht die Möglichkeit der tagesstationären Infusionstherapie sowie der Observierung von Kindern für mehrere Stunden. Letzteres beschreibt Maritz als eines der wichtigsten und auch wirksamsten Instrumente in der Kinderheilkunde. Die Möglichkeit, die jungen Patienten zu beobachten, ermögliche eine massgeschneiderte Therapie, vermindere die Gesundheitskosten, reduziere den Andrang auf die Intensivstationen und verhindere, dass Eltern mit ihren Kindern auf überfüllten Gängen warten müssten, so Maritz. Und schliesslich werden in der KTK auch Neugeborene behandelt. Dies ist vor allem wichtig, seitdem ambulante Geburten zugenommen haben und damit die Observation Neugeborener ebenfalls zu Hause stattfindet. Da kommt es öfter mal zu einer unkomplizierten Neugeborenengelbsucht, die mit Fototherapie und Bilirubin-Kontrollen in der KTK behandelt werden kann. Viel Erfahrung im weiten Feld der Infektiologie aber auch in der Neonatalogie hat Maritz in diversen Ländern dieser Erde, speziell aber in Südafrika gesammelt! 

Glauben an die Zukunft lohnt sich

Heute kann man bescheiden, aber selbstsicher nach vorne blicken. «Es weht ein frischer, angenehmer Wind in der Kindertagesklinik. Mit Elke Maritz bricht bei uns die 2. Etappe einer neuen Zeit auf dem Weg in eine erfolgreiche Zukunft an», sagt Werner Durrer, Geschäftsführer der KTK.Die neuen Zeiten begannen damit, dass die Klinik auch an den Wochenenden geöffnet ist. «Damit sind wir abgesehen von der UKBB die Einzigen in der Region, die eine Versorgung am Wochenende anbieten. Wir sind 365 Tage im Jahr Ansprechpartner für alle kleinen und grossen Kinder, die medizinisch in Not sind. Wir sind die erste Anlaufstelle in unmittelbarer Nähe im Notfall. Bei uns geschieht die Erstdiagnose und Erstversorgung. Diese Erweiterung ist enorm relevant», sagt Durrer und bestätigt, dass dies einem grossen Bedürfnis in der Bevölkerung entspricht, nämlich Kompetenz, Effizienz, Verfügbarkeit in unmittelbarer Nähe.