Jndia Erbacher

Interview mit Jndia Erbacher von Niggi Freundlieb
Jndia Erbacher, Tochter des Arlesheimer Drag Racing Champion und Besitzers des Ultimate Drag Racing Team, Urs Erbacher, hat die ersten Schritte gemacht, um in die Fussstapfen ihres Vaters zu treten: Letzten November hat sie die Super-Comp-Lizenz und im April die A-Fuel-Lizenz in der Dough Foley School in Las Vegas geschafft.

Nach der Rundstreckenlizenz in Hockenheim sollen dieser Tage nun in England noch die Prüfungen für die Top-Fuel-Lizenz absolviert werden, und Jndia Erbacher wäre weltweit die jüngste unter nur einem halben Dutzend Frauen in der Königsklasse des Drag Racing und könnte im August an den Hockenheimer Nitrolympx erstmals die Viertelmeile rennmässig absolvieren.

Im Gespräch mit dem GESCHÄFTSFÜHRER spricht Jndia Erbacher über die Faszination des Drag-Racing-Sports, Familienzusammenhalt und ihre Zukunftspläne.

GESCHÄFTSFÜHRER: Geschwindigkeit liegt Ihnen im Blut?
Jndia Erbacher: (lacht) Bei diesen Erbanlagen! Mein erstes Rennen habe ich als drei Wochen altes Baby erlebt, seit meinem sechsten Lebensjahr reite ich. Ich bin ein Adrenalin-Junkie, ob auf dem Rücken meines Pferdes oder eben am Steuer eines Rennboliden – je wilder und schneller es geht, desto besser. Und vor einiger Zeit habe ich mich entschieden, ebenfalls in den Drag-Racing-Sport einzusteigen. Die Faszination dieses Sports liegt aber nicht nur allein in der Geschwindigkeit und der Technik, sondern auch im menschlichen Zusammenhalt. Unser Team ist wie eine grosse Familie, aber auch mit den Konkurrenten ist man kollegial und freundschaftlich verbunden.

Was meinte Ihr Vater zu Ihrem Entscheid, mit einem Nitromethan betriebenen Boliden über 540 km/h schnell zu fahren?
Na ja, er musste sich zuerst an diesen Gedanken gewöhnen, aber dann willigte er unter der Bedingung, dass ich das professionell durchziehe und die entsprechenden Ausbildungen mache beziehungsweise Lizenzen erwerbe, ein. Sein Motto ist ja «Wenn man dran bleibt, dann kann man alles erreichen». Dem eifere ich nun nach und werde von ihm auch stark unterstützt. Aber auch das Team steht voll hinter mir und hat zum Beispiel alle ehemaligen Mechaniker nach Hockenheim eingeladen, um mir bei meinem voraussichtlich ersten offiziellen Start im August die Daumen zu drücken.

Welche Ziele haben Sie sich für die Zukunft gesetzt?
Ich möchte 2016 die gesamte Meisterschaft in Europa bestreiten. Das grosse Ziel ist natürlich, in den USA an Rennen teilzunehmen. Dazu gehört aber auch die Suche nach Sponsoren, was natürlich direkt auch von meinen Leistungen abhängen wird. Schlussendlich habe ich die Vision – und dafür wird mir auch meine berufliche Ausbildung mit dem Ziel eines betriebswirtschaftlichen Studiums nützen –, Urs und Jndia Erbacher als Vater-Tochter-Team zu vermarkten, eine international einmalige Kombination, die gerade für die USA, wo Drag Racing enorm gross und populär ist, einiges verspricht.

Weitere Informationen:
http://www.erbacher.biz/