Nach der Matur am Gymnasium Münchenstein finanzierte sich Karin Müller ihr Studium der Medienwissenschaften, Germanistik und Hispanistik als Moderatorin bei Radio Basilisk. Anschliessend wechselte sie zu Radio DRS, wo sie unter anderem als Morgenstimme von DRS 3 schweizweit bekannt wurde. Als Redaktionsleiterin dieses Sendegefässes und Inhaberin der DRS-Stabsstelle «Coaching» war sie massgeblich am 1999er-Relaunch von DRS 3 beteiligt. Weitere Strategie- und Führungserfahrung erwarb sie sich als Programmleiterin von Radio Pilatus Luzern und Geschäftsführerin/Chefredaktorin von Radio 24. Zuletzt trug sie als Programmdirektorin von Hitradio RTL bei BCS Sachsen die strategische und inhaltliche Gesamtverantwortung für das landesweite Programm mit sechs Stadtsendern und 140 Mitarbeitenden. Ihre Fernseherfahrung sammelte Karin Müller als Moderatorin und Redaktorin bei der «Kulturzeit» von 3sat in Mainz.

Im Gespräch mit dem GESCHÄFTSFÜHRER spricht Karin Müller über die Motivation, sich als Chefredaktorin bei Telebasel zu bewerben oder weshalb auch in einer globalisierten Welt der regionale Journalismus eine wichtige Rolle spielt.

GESCHÄFTSFÜHRER:
Was hat Sie dazu bewogen, sich für die Stelle als Chefredaktorin bei Telebasel zu bewerben?

Karin Müller:
Drei Gründe haben den Ausschlag gegeben: erstens die Möglichkeit, in meiner Heimatregion als Journalistin tätig zu sein, zweitens die Chance, den Modernisierungsprozess des Senders zu begleiten sowie vor allem mitzugestalten und drittens wieder in Basel arbeiten zu können.

Arbeiten wir die drei Punkte ab: Was reizt Sie am regionalen Journalismus?

Regionaler Journalismus ist sehr spannend, denn man sitzt an der Quelle der Informationen und Geschichten, welche unmittelbar rund um einen passieren. Je globaler die Nachrichten sind, desto wichtiger wird der Regionaljournalismus, denn die Menschen wollen nicht nur wissen, was in fernen Gegenden, sondern vor allem was vor der eigenen Haustüre passiert.

Stichwort «Modernisierungsprozess» – was können Sie nach der kurzen Zeit bei Telebasel schon sagen?

Ohne jetzt in einzelne Details in Bezug auf einzelne Sendegefässe zu gehen – dafür wäre es noch zu früh –, muss man sich vergegenwärtigen, dass gerade beim Medium Fernsehen die verschiedenen Prozesse, die technologischen Mittel oder die Nutzung einer viel schnelleren Kadenz unterworfen sind als früher. Arbeitete man früher mit Fünfjahresplänen, muss man sich heute halbjährlich den ständig verändernden Entwicklungen stellen. Diese zu erkennen und die entsprechenden Antworten darauf zu finden, das ist meine hoch spannende Aufgabe und die des Teams.

Und schlussendlich: Was bedeutet es für Sie, wieder in Basel zu arbeiten?

Egal, wo ich gearbeitet habe, mein Herz war immer in Basel und in der Region, und dass ich hier diesen Beruf ausüben kann, dafür bin ich dankbar. Und ich denke, es ist auch für den Sender ein Vorteil, dass ich – trotz meiner Wurzeln – mit einer gewissen Aussensicht an die neuen Aufgaben herangehen kann.