Die Eröffnung des Jazzcampus im September markiert den (vorläufigen) Abschluss einer Entwicklung, welche vor allem durch das hartnäckige Bemühen eines Einzelnen um die Anerkennung und Wissensvermittlung der Kunstform Jazz in Basel geprägt war. Die Rede ist von Bernhard Ley, Musiker und Leiter der Abteilung Jazz der Hochschule für Musik, welcher allerdings im Interview die Lorbeeren gleich weitergibt.
GESCHÄFTSFÜHRER: Bei der Eröffnung des Jazzcampus lobte der Basler «Kulturminister» Christoph Eymann Ihre «sympathische Hartnäckigkeit und liebenswerte Sturheit» – sind Sie hartnäckig und stur?
Bernhard Ley: (lacht) Nennen wir es Durchhaltevermögen. Wenn man mir Schranken in den Weg stellt, dann gebe ich mir Mühe, diese zu durchbrechen. Die Musik hat mir so viel gegeben, was mich zur Überzeugung gebracht hat, dass die Realisierung des Campus für Basel und für unsere Gesellschaft eminent wichtig ist. Ich möchte aber auch betonen, dass man ein solches Projekt nicht alleine durchziehen kann und viele Mitstreiter braucht.
Wer waren diese Mitstreiter?
Wenn mich nicht viele Gleich- und Wohlgesinnte auf meinem Weg begleitet und mich unterstützt hätten, wäre das alles nicht möglich gewesen. Hervorheben möchte ich dennoch, dass der Bau des Hauses durch die Stiftung Habitat und der Ausbau für die Jazzschule durch die Stiftung Levedo finanziert wurden. Die Architekten Buol & Zünd haben historische Substanz und moderne Architektur verbunden und behutsam in den Quartier-Kontext integriert. Und die Musik-Akademie Basel sowie die Fachhochschule Nordwestschweiz haben den Unterhalt vertraglich gesichert.
Was war der Auslöser für die Pläne des Jazzcampus, und welche Vision haben Sie?
Während meines Studiums in Graz lernte ich hoch interessante Musiker kennen – wie den Weltklassegitarristen Wolfgang Muthspiel, der heute auch Dozent am Jazzcampus ist –, welche mir eine neue Dimension des Musikmachens und -lernens eröffneten. Damals reifte in mir der Gedanke, in Basel etwas Vergleichbares aufzubauen. Meine Vision ist es, den Lernenden zu helfen, ihre Individualität zu entwickeln. Der Jazzcampus soll den Schülern und Studenten Werkzeuge in die Hand legen, die es ihnen ermöglichen, alle Mittel, welche heute der Musik zur Verfügung stehen, in ihr Schaffen einzubeziehen. Der Jazzcampus soll ein Ort der Spiritualität und Emotionen sein, wo man Grenzen überschreiten kann und wo wir auch Lernenden anderer Musiksparten, wie zum Beispiel aus der Klassik, die Fähigkeiten der Improvisation – was ja ein Hauptmerkmal des Jazz ist – näherbringen wollen.

Weitere Informationen:

FHNW/Musik-Akademie Basel 
Hochschule für Musik, Abteilung Jazz 
Jazzcampus
Utengasse 15
CH-4058 Basel
Tel.: 061 333 13 13 
Fax: 061 333 13 14
E-Mail: jazz.hsm.mab@fhnw.ch
           info@jsb.ch 
Homepage: www.jazzcampus.com