Die allseits geforderte verdichtete Bauweise zeigt sich verstärkt in Form von Wohnhochhäusern, welche einen hohen Anspruch an den Wohnkomfort stellen. Der meist exklusive Ausbaustandard im Innern wird oft durch eine ästhetisch sowie technisch anspruchsvolle Fassade nach aussen kommuniziert. Im gehobenen Wohnungsbau in Hochhäusern gelten raumhohe Fenster, durchlaufende Fensterbänder oder Übereckverglasung fast schon zur Norm. Die Ansprüche und Wünsche des Bauherrn, des Mieters oder Käufers nach raum­hoher Befensterung und Rundumsicht prallen hier mit den technischen und ­gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie den energetischen Anforderungen aufeinander. Denn die Gebäudehülle ist bei Hochhäusern extremen Witterungsbedingungen ausgesetzt: Auf die Fassade wirken hohe Windlasten und Starkregenfälle ein, eisige Kälte im Winter sowie glühende Hitze im Sommer. Gerade im Hochhausbau sind Spezialisten gefragt, die innerhalb des technisch Möglichen das Maximale ausreizen können. 

Luftgedichtete Schiebefenster
Grundsätzlich gelten Gebäude, die höher als 30 Meter sind, als ein Hochhaus. In der Stadt Zug sind drei Zonen vorgesehen, wobei im Stadtzentrum eine Gebäudehöhe von maximal 60 Metern gilt. 

Das Hochhaus des Architekten Philipp Brühwiler mit der Bezeichnung B125 an der Baarerstrasse 125 steht neben der Haupteinfallsache und ist bereits von Weitem sichtbar. Das 18-stöckige Hochhaus im Zentrum Zugs ist ein Neubau mit Wohnungen, Büro- und Geschäftsräumen, einem Bistro im Erdgeschoss und einer Tiefgarage in den zwei Untergeschossen. Im Erdgeschoss führen zwei Einschnitte bis zum Gebäudekern. Sie dienen als überdachte Eingänge und führen auch zu den verglasten, fünf Meter hohen Gewerberäumen. Die dunkle Gebäudehülle hebt sich kontrastreich von der Umgebung und dem Himmel ab; der hohe Bau wirkt ruhig, wohlproportioniert und wegen seiner Fassade von eleganter Wertigkeit. In ruhigem Rhythmus wechseln sich Naturstein- und Fensterbänder ab. Visuelles Erkennungsmerkmal der Aussengestaltung sind die umlaufenden Fensterbänder. 

Das 56 Meter hohe schimmernde Gebäude ist das erste Wohnhochhaus der Schweiz mit einer Schiebeflügelfassade: 18 Stockwerke sind mit 136 horizontalen luftgedichteten Schiebefenstern von air-lux bestückt. Die komplette innovative Fassadenlösung aus Naturstein und Metall / Glas inklusive aussenliegender Beschattung ist durch die Firma Krapf AG aus Engelburg SG in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Philipp Brühwiler, Zug, entwickelt und gebaut worden. 

14 Jahre Erfahrung
Die Krapf AG erkannte bereits früh den Trend zur lichtdurchfluteten rahmenlosen Architektur mit grossen Elementen. Als Fassadenbaufirma mit langer Tradition hatte sich das Unternehmen das anspruchsvolle Ziel gesetzt, eine Schiebe-Elementfassade zu entwickeln, die zu 100 Prozent dicht ist – und zwar bei allen auch noch so extremen Wetterbedingungen. Zudem musste dieses Schiebefenster robust, von maximaler Sicherheit sowie leicht zu bedienen sein. Höchster Wohnkomfort und Nutzen waren das Ziel. Mit herkömmlichen Schiebefenster-Systemen, welche mit Bürsten- und Profildichtungen bestückt sind, ist dieser hohe physikalische Anspruch nicht umsetzbar. Die Krapf AG entwickelte daher vor 14 Jahren konsequent eine eigene robuste Profilsystemlösung mit einem einzigartigen Dichtungssystem zwischen  Schiebeflügel und Rahmen sowie mit wenig Ansichtsbreite und Bautiefe. 

Das Herzstück der Profilkonstruktion ist eine patentierte luftunterstützte Dichtung: Die Luft wird im Rahmen erzeugt und in kurzer Zeit mit Druck in die Dichtung eingeblasen. Die umlaufende, nun luftgefüllte Ringdichtung wird kontinuierlich gegen den Schiebeflügel gepresst, füllt den Spalt zwischen Fest- und Schiebelement komplett aus und dichtet vollständig ab. Das Fenster kann dabei die Windbewegungen elastisch aufnehmen und verhindert Ele­mentgeräusche. Dieses aussergewöhn­liche Dichtungssystem hält 100 Prozent dicht bei extremem Wind und Regen, und erreicht eine Schlagregendichtheit mit ­bisher unerreichten Bestwerten der Klasse E 1500. Ein weiterer mit herkömmlicher Dichtungstechnik nicht erreichbarer Effekt ist die hohe Dämmung gegen Aussengeräusche. So wird eine Schalldämmleistung von bis zu 43 dB erreicht, bei vorzüglichem Wärmedurchgangs-Koeffizienten von bis zu 0.83 W / m2K. Zum Öffnen des Schie­beflügels wird die Dichtung über einen Drucktasterimpuls entleert, anschliessend zieht sie sich zurück. Im Gegensatz zu Systemen mit Dichtungslippen oder Bürsten ermöglicht diese unsichtbare, wartungsfreie Technik von air-lux auch bei grossen Elementen ein reibungsfreies Bewegen. Sämtliche Komponenten sind unsichtbar und integral im Rahmen verbaut.

4 500 verbaute Schiebeflügel
Die Krapf AG verfolgt mit dem Glasfassadensystem air-lux seit jeher diesen konsequenten Weg im Design, der architek­tonisch und funktionell überzeugt und grossflächige Schiebefenster bis 18 m2 ­ermöglicht. air-lux überzeugt mit grossem Know-how im Fassadenbau und mit Spitzenleistungen in der Produktnorm DIN 14351-1: Diese ermöglicht einen objektiven Vergleich und eine produktneutrale Ausschreibung, denn die Norm orientiert sich am «Performance-Prinzip». Hierbei werden Produkte nach ihren Eigenschaften bewertet. Zahlreiche Referenzen im Hochhaus- und Objektbau bestätigen die Innovation des Systems, dessen Alltagstauglichkeit und reibungslose Funktionalität. 

Die Krapf AG ist Metall- und Fassadenbauer mit über 50 Jahren Know-how. Als Entwickler und Hersteller des Glasfassadensystems air-lux hat sie in den letzten drei Jahren bereits sechs Wohnhochhäuser mit air-lux-Fassaden ausgeführt. Insgesamt sind bis heute über 4 500 Schiebeflügel auf der ganzen Welt verbaut worden. Auf das air-lux-Dichtungssystem, Profiltechnik und Beschläge gewährt die Krapf AG eine Langzeitgarantie von zehn Jahren. 

Technische Fakten

  • Schlagregendichtheit: Klasse E 1500, unerreichter Bestwert
  • Widerstandsfähigkeit gegen Windlast: Klasse C4/B4 1600 Pa, max. 2 400 Pa
  • Luftdurchlässigkeit: Klasse 4
  • Schalldämmung: bis 43 dB und >
  • Einbruchhemmung: RC3
  • Bedienkräfte: Klasse 1
  • Wärmedämmung: 0.83 W / m2K
  • 100 Prozent dicht dank patentiertem, luftaufblasbarem Dichtungssystem
  • Rahmenlose Schiebeflügel bis 18 m2
  • Einbruchhemmung bis Widerstandsklasse RC3
  • Gestalterische Flexibilität dank unterschiedlichen Elementen, Anordnungen und Öffnungsarten
  • Zehn Jahre Garantie auf Dichtung, Rahmen und Beschläge
  • Beschusshemmende Spezialgläser bis 60 mm Dicke
  • Boden- und deckenbündiger Einbau
  • Manuell sehr leicht bedienbar
  • Integraler Antrieb, externe Ansteuerung und Überwachung
  • Barrierefreiheit
  • Minergiestandard
  • Innovativer Umgang mit Materialien
  • Technische Sonderlösungen