Die familientauglichen Modelle der 2er-Reihe, die 7er-Modelle im gehobenen Segment, die sportlichen M-Modelle  – etwa jeder vierte verkaufte BMW ist eine BMW 3er Limousine – die beliebten SUV’s aus der X-Reihe, die vollelektrischen i3 BMW’s oder der neue BMW i8 Plug-in-Hybrid – die Garage Hollenstein AG bietet die umfassende BMW-Modellpalette an Neu,- Vorführ- und Occasionsfahrzeugen. Im Aescher Autohaus ist aber auch die Kultmarke MINI mit deren Flaggschiffen MINI Countryman JCW und natürlich dem MINI Clubman zu finden. Dass die Garage Hollenstein aber nicht einfach nur Autos und/oder Reparaturdienstleistungen verkauft, sondern sich zum zukunftsorientierten Kompetenzzentrum für Mobilität entwickelt hat, das die Kunden auf dem Weg des rasanten technologischen Wandels in der Automobilbranche begleitet, oder auch wie wichtig die Kundenbeziehungen und  – bindungen für das Unternehmen sind, erklärt Geschäftsleiter Marcel Hollenstein im Interview mit dem «Geschäftsführer».

«Geschäftsführer»: Hat sich der Entscheid, vor drei Jahren in Aesch-Nord einen komplett neuen Garagenbetrieb zu eröffnen, als richtig erwiesen?

Marcel Hollenstein: Hundertprozentig. Einerseits aufgrund unserer eigenen, betrieblichen Bedürfnisse, andererseits aber auch weil sich der Standort Aesch-Nord insgesamt sehr gut entwickelt. Viele Unternehmen, darunter auch ein Mitbewerber – aber Konkurrenz belebt das Geschäft – siedeln sich hier an, was ein positives, dynamisches Geschäftsumfeld mit viel Publikumsverkehr gestaltet. Ausserdem bekommt Aesch-Nord im 2019 einen direkten Autobahnanschluss – diesen Herbst ist Baubeginn – was den Standort noch attraktiver macht.

Die gesamte Automobilbranche steht in einem unglaublichen technologischen Wandlungsprozess – inwiefern hat dies Auswirkungen auf Ihr Unternehmen?

Es ist ja nicht nur ein technologischer Wandel, die heutige Generation hat auch andere Mobilitätsbedürfnisse als meine Generation oder die meiner Eltern. Dies alles schlägt sich auch in den Innovationen der Hersteller nieder. Mit BMW haben wir glücklicherweise diesbezüglich einen der weltweit innovativsten Marken als Partner. Als Unternehmen müssen wir natürlich diesen technologischen Wandel an der Front nicht nur aufnehmen – das heisst also, wir müssen unser technisches Knowhow und die entsprechenden Fähigkeiten laufend erweitern. Dank vorausschauender Planung können wir am Standort Aesch-Nord auch auf absehbare Zeit die dazu nötige Infrastruktur integrieren. Markant gegenüber früher verändert hat sich die Beratung und die Begleitung der Kunden. Wollten die Kunden früher einfach ein funktionierendes Auto kaufen, das sie so komfortabel wie möglich von A nach B fuhr, gilt es heute ganz andere Anforderungen zu berücksichtigen.

Welche?
Im Gespräch mit den Kunden muss man herausfinden, welche Bedürfnisse der Kunde hat, und was für ihn das richtige Auto ist. Zentral ist heute aber, den Kunden die vielfältigen Assistenz- und teilweise untereinander verbundenen Bedienungs-, Steuerungs- sowie Kommunikationssysteme näher zu bringen und sie darin zu unterweisen. Ob Einparkierhilfe, automatische Abstandsregelung, Steuerung von Temperatur, Navigation, Telefon oder der Lautstärke des Entertainmentsystems via Gestik, ob Anpassung von Motorenleistung, beziehungsweise Treibstoffverbrauch an die tatsächlichen Erfordernisse im Strassenverkehr – die heutigen Autos verfügen über eine Vielzahl an digitalisierten Systemen, die man zu bedienen und zu gebrauchen lernen muss. Das Stichwort lautet Konnektivität. Das moderne Auto ist vernetzt, die verschiedenen Systeme kommunizieren mit einander, aber auch mit der Aussenwelt. Moderne Autos senden Daten in die Cloud oder zu anderen Fahrzeugen, um zum Beispiel Meldungen über Staus oder Glatteis zu übermitteln, oder tauschen Datenströme mit der Werkstatt aus. Und die Entwicklung geht rasant weiter – bis zum selbstfahrenden Auto!

Kann man denn als normaler Autofahrer ohne die entsprechenden Kenntnisse überhaupt noch ein Fahrzeug bewegen?
(lacht) Glücklicherweise lassen sich Fahrzeuge von BMW und MINI auch noch ohne die Nutzung der geschilderten Systeme steuern. Wir haben auch Kunden, die es immer noch vorziehen, einfach loszufahren, ohne all die technischen Features in Anspruch zu nehmen!

Laienhaft gefragt: Verliert das doch mit starken Emotionen verbundene Auto nicht seine Seele ob der ganzen technologischen Entwicklung und welche Auswirkungen hat das auf ein Unternehmen wie die Garage Hollenstein?
Wie bereits erwähnt, verändern sich die Bedürfnisse der Kunden. Als Unternehmen müssen wir dem Rechnung tragen. Aber Sie haben recht, das Thema Auto ist nach wie vor emotionell stark besetzt. Und ich bin überzeugt, dass das auch weiterhin – wenngleich in veränderter Weise  – so bleiben wird. Für uns ist es deshalb von eminenter Bedeutung, eine starke Beziehung zu unseren Kunden aufzubauen und ihnen auf dem Weg dieses technologischen Wandels zur Seite zu stehen. Wir wollen nicht einfach nur Autos verkaufen, sondern für die Kunden individuell zugeschnittene, nachhaltige Mobilitätslösungen zur Verfügung stellen. Dafür müssen wir die Kunden kennenlernen. Dies geschieht nicht nur bei uns im Verkaufsraum in Aesch, sondern auch durch viele Veranstaltungen, die wir organisieren. Mit Fahrtrainings, Besuchen auf Rennstrecken oder bei BMW in München, Volksfesten, Grill-Events oder kulturellen Anlässen schaffen wir eine starke Bindung zu den Kunden, die uns vor allem als kompetenten Partner in Fragen der Mobilität sehen sollen.

42 Jahre Garage Hollenstein AG

1974 als Einmannbetrieb und BMW-Vertretung in Birsfelden von Albin Hollenstein, dem Vater der heutigen Mitinhaber Dominic (Leiter After Sales), Martin (Verkauf) und Geschäftsführer Marcel Hollenstein gegründet, beschäftigt die Garage Hollenstein AG heute 44 Mitarbeitende und bildet zwischen vier und sechs Lehrlinge aus. Sie gehört zu den grössten BMW-Händlern in der Schweiz und vertritt mit dem MINI eine weitere Kult-Marke.

Die Gründung einer Autogarage Mitte der 1970er Jahre, also in Zeiten der Ölkrise und der autofreien Sonntage, war zweifellos ein Wagnis, dennoch wuchs das Unternehmen dank Beharrlichkeit und handwerklicher Kompetenz stetig. Gleichzeitig machte Sohn Martin seine Ausbildungen im Betrieb, der 1989 im Industriegebiet Kägen in Reinach einen neuen Standort bezog. Ein Jahr später trat dann auch der jüngste Sohn Dominic in den elterlichen Betrieb ein und absolvierte seine Lehre. 1996 übernahm Marcel Hollenstein die Geschäftsleitung, sein Vater Albin Hollenstein zog sich aus dem Unternehmen zurück. Im Jahr 2000 wurde zusätzlich die Marke MINI ins Portfolio des Unternehmens aufgenommen, dafür wurde 2004 ein zusätzliches Gebäude im Industriegebiet Kägen in Reinach bezogen.

Eng mit BMW verbunden wurde für die Garage Hollenstein, mit mittlerweile über 30 Mitarbeitenden, die räumliche Situation im Gewerbegebiet Kägen aber zunehmend beengt, denn die Verkaufszahlen stiegen kontinuierlich und damit auch die Flächenansprüche. Dementsprechend wurden schon relativ früh Überlegungen für einen Neubau an einem neuen Standort angestellt. Nach längerer Planung ist in der Folge in Aesch-Nord auf 7 500 m2 ein Hauptgebäude mit Showroom und einer
Werkstatt sowie ein Anex-Bau mit betriebsinterner Waschstrasse und einem Waschraum entstanden. Die beiden Gebäude sind unterirdisch miteinander verbunden.

Das nach BMW CI-Richtlinien gestaltete und nach neusten ökologischen Erkenntnissen erstellte Hauptgebäude wurde zum BMW-Vorzeige- und Referenzbetrieb in der Schweiz. So hat die Garage Hollenstein eine Fotovoltaik-Anlage auf den Dachflächen ihres Garagen-Komplexes realisiert, die rund 100 KWh Strom ins Netz einspeist. Dazu wird eine der bis anhin raren Stromtankstellen in der Region betrieben, bei der zum Beispiel der i3 innerhalb von 20 Minuten zu 80 Prozent aufgeladen werden kann. Weiterhin vertreten wird die Marke MINI, deren Bereich als schwarzer, optisch abgegrenzter Gebäudekörper in den Gesamtbau integriert wurde, der in punkto Design dem besonderen Auftritt des MINI gerecht wird. Eröffnet wurde der neue Garagen-Komplex 2013.

www.garage-hollenstein.ch