Mit dem Zusammenschluss verlegt die bisher in Otelfingen ansässige JUWAL AG ihren Hauptsitz nach Muttenz. Zudem wird in naher Zukunft ein konsolidierter Marktauftritt der beiden Unternehmen unter einem gemeinsamen Namen angestrebt. Der Wirtschaftsstandort Muttenz wird dadurch um ein national und international tätiges Unternehmen aufgewertet.

Die Kernkompetenz der JUWAL AG und der MARX AG im Bereich «Gebäudehüllen» wird durch die eigene, leistungsfähige Fensterproduktion der JUWAL Gruppe in Bosnien-Herzegowina entscheidend gestärkt. Durch die Fusion verfügt das neue Unternehmen sowohl personell als auch fachlich über die erforderliche Leistungskapazität, um grössere Projekte zu interessanten Konditionen zu realisieren.

Im Gespräch mit dem «Geschäftsfürer» legen Claudine Geigy, Vorbesitzerin der MARX AG, und Ralph Junker, Inhaber und CEO der JUWAL Gruppe sowie des fusionierten Unternehmens, die Gründe für das Zusammengehen der beiden Unternehmen dar.

«Geschäftsfürer»: Frau Geigy, weshalb haben Sie sich zum Verkauf der MARX AG entschieden?

Claudine Geigy: Im Zuge der Pensionierung des heutigen CEO der MARX AG, Erwin Plattner, stellte sich für mich die Frage, wie es mit dem Unternehmen weitergehen soll. Da meine Kinder anderweitig engagiert sind, galt es Wege zu finden, welche die Zukunft des Unternehmens sicherstellen.    

Herr Junker, was waren für Sie die Gründe, die MARX AG zu erwerben?

Ralph Junker: Dank der gemeinsamen Kernkompetenzen ergänzen sich die beiden Unternehmen hervorragend. Zugleich kann ich das Angebot der MARX AG mit der JUWAL-Fensterproduktion in Bosnien-Herzegowina sinnvoll erweitern. Im Rahmen der erfolgreichen Zusammenarbeit der JUWAL Gruppe mit der MARX AG in verschiedenen Projekten, habe ich das Unternehmen in den vergangenen Jahren sehr gut kennengelernt. Entsprechend war ich bereits seit längerer Zeit an einer noch intensiveren Zusammenarbeit mit der MARX AG interessiert. In zahlreichen vorbereitenden Gesprächen mit Claudine Geigy hat sich immer mehr herauskristallisiert, dass eine Fusion die beste Lösung ist. Im Hinblick auf die Leistungskombination der beiden Unternehmen sehe ich besonders im Gebäudesanierungsbereich ein grosses Marktpotenzial.

Mit Fusionen geht oft ein Abbau von Arbeitsplätzen einher – sind diesbezügliche Entwicklungen zu erwarten?

Claudine Geigy: Nein! Es war mir ein grosses Anliegen, die Arbeitsplätze unseres gesunden und erfolgreichen Unternehmens hier in Muttenz zu erhalten. Mit Ralph Junker habe ich einen Unternehmer kennengelernt, der auf der gleichen Wellenlänge denkt und handelt, was mich sehr glücklich macht.

Ralph Junker: Die 43 Arbeitsplätze der MARX AG sollen langfristig erhalten bleiben. Aus der JUWAL Gruppe kommen vom Standort in Otelfingen und der Produktion in Mostar noch einmal gleich viele Mitarbeitende dazu. Mit rund 85 Mitarbeitenden ist das neue Unternehmen im Konkurrenzumfeld gut aufgestellt und bereit für den gezielten Weiterausbau seiner Marktposition. Im Rahmen unserer Wachstumsstrategie haben wir zudem die Absicht, in Zukunft weitere Arbeitsplätze zu schaffen.

Was geschieht mit dem JUWAL-Standort Otelfingen?

Ralph Junker: Der Hauptsitz des Unternehmens ist in Muttenz. In den Räumlichkeiten der MARX AG haben wir eine komplett ausgebaute Infrastruktur zur Verfügung. Zudem gehört die Nordwestschweiz dank ihrer Grenznähe und einer hervorragenden Verkehrsanbindung an Europa zu den Schweizer Regionen mit dem grössten Entwicklungs- und Marktpotenzial. Damit wir unsere Kunden jenseits des Juras weiterhin optimal betreuen können, wird der Standort Otelfingen jedoch als Filiale weitergeführt.

Sind für die bestehenden Kunden der MARX AG und der JUWAL Gruppe durch den Zusammenschluss der beiden Firmen einschneidende Änderungen zu erwarten?

Ralph Junker: Die Änderungen sind ausschliesslich positiver Natur. Durch das erweiterte Leistungsangebot und das vereinte Know-how profitieren unsere Kunden von noch besseren Gesamtlösungen rund um die Gebäudehülle und attraktiveren Preisen . Bestehende Verträge und Aufträge werden vereinbarungsgemäss weitergeführt. Die Kunden werden von denselben Verantwortlichen wie bisher betreut. Die vertrauten Ansprechpartner in den Bereichen Administration, Fassade, Flachdach sowie Werkstatt und Spenglerei bleiben den Kunden weitestgehend erhalten.

Frau Geigy, werden Sie für das neue Unternehmen in irgendeiner Form tätig sein?

Claudine Geigy: Da ich bisher nicht operativ tätig war, werde ich dies auch in Zukunft nicht sein. Selbstverständlich werde ich mich aber auch ohne mitbestimmende Funktion weiterhin für die Firma einsetzen.