Der Weg von der Lampe bis zum Telefon führt über KNX-Buskabel, CPU-2 -(OIP-Server) und MiVoice -Office -400-System.

Wer kennt es nicht: Vor Sitzungen muss die Leinwand runtergefahren, die Lampe gedimmt und der Beamer eingeschaltet werden. Jedes Gerät verfügt über eine eigene Fernbedienung, die der Vorbenutzer natürlich nicht ordnungsgemäss versorgt hat. Findet man endlich die Geräte, sind die Batterien leer.

Solche Momente konnten bisweilen nervend oder sogar schweisstreibend sein. Wie bequem wäre es, wenn all diese Handgriffe mit nur einem Knopfdruck vom eigenen Mobil- oder Pulttelefon aus möglich wären? Was nach Zukunftsmusik klingt, ist längst real. Ein Beispiel: Verschiedene Schweizer Privat-Rradiostationen haben auf die „«KNX-Technologie“» umgerüstet und steuern Redaktionstelefone oder steuern Klimaanlagen vom Mischpult aus oder bedienen Sonnenstoren via Telefon.

Flexibel dank dems offenen KNX-Standards
KNX steht für Konnex, dem lateinischen Wort für Verbindung. Es bezeichnet die weltweit erste offene, lizenzfreie und unabhängige Technologie für elektrische Haus- und Gebäudeleittechnik. KNX verbindet Beamer, Sonnenstoren, Lampen und andere Geräte mit einem OIP-Server („«Open Interfaces Platform“»). Waren früher hierfür verschiedene Leitungen notwendig, genügt heute ein einziges KNX-Buskabel.

Da die Technologie genormt ist, bieten diverse Hersteller KNX-Exponenten an. Egal, ob Waschmaschinen, Überwachsungskameras oder elektrische Türen per Telefon bedient werden sollen: Dank offenem Standard gibt es in der Haustechnik für jede Aufgabe eine passende KNX-Lösung. Der Kunde hat zwar die Qual der Wahl, kann bei der Installation aber erhebliche Kosten einsparen. Grosser Vorteil: Bei neuen Gebäuden oder Renovationen müssen Elektroinstallateure weniger Kabel verlegen, da weniger ortsgebundene Schalter notwendig sind.

Ein entsprechender Kommunikationsserver wie beispielsweise der MiVoice Office 470 von Mitel sorgt als letztes Passstück dafür, dass Lampen, Beamer, Jalousien sowie andere Geräte mit dem Telefon kommunizieren können. Probleme an den Schnittstellen gibt es keine, da alles aufeinander abgestimmt ist.

Theoretisch kann die gesamte Gebäudeautomatisation einfach von einem zentralen Ort gesteuert und überwacht werden. Dies ermöglicht ein effizientes Energiemanagement, wodurch Energie gespart werden kann.

Wie von Zauberhand
Wer den Beamer einschaltet, dimmt fast immer auch das Licht. Gewisse Handgriffe gehören zusammen wie Salz und Pfeffer. Damit nicht jedes Gerät einzeln bedient werden muss, kann man Szenarien festlegen und sie in der Anlage abspeichern. Drückt man beispielsweise die Szenen-Funktionstaste eins, gehen gleichzeitig die Storen runter, der Beamer an, das Licht wird gedimmt und die elektrische Anzeige an der Türe schaltet automatisch auf „«Besetzt“». Solche Szenarien kann auch der Outlook-Kalender auslösen. So ist es möglich, dass sich ein Sitzungszimmer wie von Zauberhand einrichtet, weil die Gebäudeautomation im Kalender einen entsprechenden Eintrag erkennt. Ein manueller Auftrag muss nicht erteilt werden. Beim Betreten des Zimmers ist alles parat – nur Stühle und Tische müssen noch von Hand verschoben werden.

Das Alarmsystem inklusive
Weiteres Einsatzgebiet für die KNX-Technologie ist die Benachrichtigung im Alarmfall. Tritt eine technische Störung auf, die beispielsweise einen Heizungs-, Lüftungs-, Motoren- oder Liftalarm auslöst, wird der Alarm über KNX am Telefon oder direkt an einem PC-Bildschirm angezeigt. Anschliessend kann der Nutzer weitere individuelle Aktionen mittels der Funktionstasten auslösen.

Ebenso ist es möglich, in sensiblen Umgebungen wie bei Behörden, Banken oder Kiosken, einen batterielosen Funkschalter unter dem Schreibtisch zu platzieren, mit dem Mitarbeitende unbemerkt einen Alarm auslösen können. Dieser wird via ein Kommunikationssystem an ein bestimmtes oder mehrere Telefone weitergeleitet. Ein Alarm kann so entweder direkt an das DECT-Telefon des Wachtdienstes oder an alle Kollegen gelangen. Das ist beispielsweise im Sozialdienst oder auf einem RAV von Vorteil, da diese Institutionen über keinen hauseigenen Wachtdienst verfügen. Bedroht ein Klient eine Beraterin oder einen Berater, sind die Kollegen schnell vor Ort und können die Situation beruhigen.

Auch Türen lassen sich aus der Ferne per Tastendruck öffnen. So kann beispielsweise nach Aktivieren einer Klingeltaste die Mitteilung „«Bitte warten“» oder „«Besetzt“» angezeigt werden. Steht eine Überwachungskamera im Eingangsbereich, können Aufnahmen direkt an den Empfangsbereich weitergeleitet werden. Die Eingangstüre lässt sich bequem vom Telefon aus öffnen.

Auch Gabelstaplerfahrer schätzen KNX-Lösungen. Sie müssen zum Öffnen der Tore nicht mehr mit ihrem Gefährt anhalten, um den Zugschalter zu betätigen. Tore lassen sich komfortabel via Knopfdruck auf dem DECT-Telefon öffnen.

Nicht nur in Geschäftsgebäuden
Grundsätzlich ist Gebäudeautomation auch im Privathaushalt möglich. Via App auf dem Mobiltelefon kann zuh Hause vor Abreise die Heizung des Ferienhauses aufgedreht werden, damit es bei Ankunft wohlig warm ist. Oder man bedient von unterwegs die Sonnenstoren, wenn Regen aufzieht. Schon heute ist dies alles möglich.

Vorerst zieht die Automatisation jedoch in Geschäftsräume ein. Bei modernen Architekturen und in Grossraumbüros können nur wenige Schalter montiert werden – es fehlen die Wände. Ein Telefon steht aber auf jedem Pult. Wird ein Gebäude renoviert oder neu gebaut, führt daher kein Weg an einer Gebäudeautomation vorbei. Zudem haben sich in den letzten Jahren viele Fachhändler mit der Technik vertraut gemacht. Heute können sie Anlagen unterhalten und Kunden kompetent beraten.

Weitere Informationen:
www.mitel.ch