Interview mit Annette Badillo, Direktorin
von Martina Gaugler

«Geschäftsführer:» Sie sind Direktorin von Sonnmatt Luzern. Den Namen Sonnmatt haben viele schon einmal gehört. Können Sie kurz zusammenfassen, was es mit Sonnmatt Luzern auf sich hat?
Annette Badillo: Sonnmatt Luzern ist eine Kombination aus Kurhotel und Residenz. Gegründet wurde das Haus 1908, daher auch die schönen Anklänge an den Jugendstil im Haupthaus. 1999 wurde eine Residenz errichtet mit zeitgenössisch gestalteten Appartements. Die Lage ist natürlich fantastisch, nach Süden ausgerichtet, mit einem unvergleichlichen Blick auf das Seebecken des Vierwaldstättersees. Daran gewöhnt man sich nie! Auch für uns, die wir hier arbeiten, ist die Aussicht immer wieder überraschend. 

Gibt es Berührungspunkte zwischen Kurhotel und Residenz?
Ja, sicher. Das Einmalige am Konzept der Sonnmatt ist ja die konsequente Ausrichtung auf ältere Menschen. Das heisst, man kann sich hier sein Leben einrichten, wie man möchte. Man kann als Dauergast im Kurhotel wohnen, sogar mit eigenen Möbeln, oder in der eigenen Wohnung in der Residenz. Dabei profitiert man immer von allen Dienstleistungen. Die Residenzbewohner können den Wellness-Bereich des Hotels benutzen. Es gibt ein Kulturprogramm, das viele externe Gäste anzieht. Dann haben wir drei Restaurants, die auch bei Spaziergängern und Ausflüglern beliebt sind. Durchmischung ist ja überhaupt das Geheimnis von attraktiven Orten.

Ausrichtung auf ältere Menschen, was bedeutet das konkret?
Zuerst einmal ist es eine Grundhaltung. Das Alter ist bei uns nicht einfach nur o.k., sondern wir begrüssen das Alter als einen natürlichen Teil des Menschseins, mit vielen Reichtümern und Geheimnissen. Das Alter ist besser als sein Ruf. So haben Umfragen ergeben, dass sich Menschen über 70 deutlich weniger einsam fühlen als Dreissigjährige. 

Die Umgebung muss aber entsprechend gestaltet sein. So verfügen wir auf Sonnmatt über eine weitgehend schwellenlose Architektur, selbstöffnende Türen etc. Am wichtigsten ist, dass ältere Menschen Unterstützung oder Pflege erhalten können. Weiter trägt das kulinarische Angebot aus unserer Hotelküche dazu bei, älteren Menschen Freiraum zu verschaffen.

Ist die Lage am Dietschiberg nicht zu abgelegen für ältere Menschen?
Gar nicht! Sonnmatt Luzern befindet sich auf dem Stadtgebiet. Ausserdem haben wir einen Shuttlebus, der in die Stadt fährt, zum Schwanenplatz und zum Bahnhof. Man hat also praktisch das Beste aus beiden Welten. Traumhafte Ruhe und dann eben doch die Anregung der Stadt. Und wie gesagt: Kultur und Musik kommen ja auch zu uns. Wir haben immer wieder interessante Veranstaltungen mit prominenten Gästen. Norbert Blüm war schon bei uns, Kurt Aeschbacher, Verena Kast, die Philosophin Annemarie Pieper.

Kann man eigentlich auch zur Rehabilitation auf Sonnmatt?
Ja, seit Oktober 2016 ist das möglich. Wir sind eine Partnerschaft eingegangen mit RehaClinic AG in Bad Zurzach. Die Unternehmensgruppe ist bekannt für ihr hohes fachärztliches und therapeutisches Niveau. Nun können Patienten aller Versicherungsklassen auf Sonnmatt gesund werden und den Vier-Stern-Hotelkomfort geniessen.

Eine indiskrete Frage: Kann man es sich überhaupt leisten, auf Sonn­matt zu wohnen?
Sie sind nicht die Ersten, die fragen. Qualität hat ihren Preis, das ist klar. Wir sind aber nicht so teuer, wie manche glauben. Ein Appartement in der Residenz inklusive Halbpension und weiteren Dienstleistungen ist bereits ab 5 600 CHF pro Monat zu haben. Ver­glichen mit anderen Institutionen ist das eine faire Preisgestaltung.

Weitere Informationen
www.sonnmatt.ch