Der EHC Basel/KLH startete Ende September 2014 in die 1.-Liga-Saison und schlug damit ein neues Kapitel in seiner wechselhaften Geschichte auf, die von zahlreichen Fusionen – zuletzt fusionierte der EHC Basel 1990 mit dem EHC Kleinhüningen – sowie sportlichen und finanziellen Berg-und-Tal-Fahrten seit der Gründung 1932 geprägt war.
 
Im Gespräch mit dem GESCHÄFTSFÜHRER spricht der Präsident des EHC Basel/KLH über die Zukunft des Vereins, über Saisonziele und die Nachwuchsarbeit.

GESCHÄFTSFÜHRER:
Wie ist es, als ehemaliger Verwaltungsrat der EHC Basel AG nun plötzlich als Präsident des EHC Basel/KLH im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses zu stehen?

Hans-Peter Gerber:
(lacht) Was sollte ich machen, ich war ja schon vorher Präsident des EHC Basel/KLH, und weil mir der Verein sowie die ganze Nachwuchsarbeit am Herzen liegen, konnte und wollte ich nicht einfach den Bettel hinschmeissen. Insbesondere die Nachwuchsarbeit – ich gründete ja die Young Sharks – ist eine Aufgabe, die weit über das Sportliche hinausgeht. Mit den Young Sharks haben wir eine eigenständige Struktur geschaffen, welche sportlich erfolgreich ist, auch wenn die Zusammenarbeit mit anderen regionalen Clubs nicht wie gewünscht funktionierte.

Für einen Laien war das Konstrukt EHC Basel AG – EHC Basel/KLH nicht immer leicht zu verstehen. Wie haben Sie das erlebt?

Mein Ziel war es, die beiden Organisationen zusammenzubringen, aber ich habe das nicht erreicht, denn – um es vorsichtig auszudrücken – die Zusammenarbeit war schwierig, weil man zwischen der AG und dem EHC Basel/KLH zerstritten war.

Was sind nun die unmittelbaren sportlichen Ziele des EHC Basel/KLH?

Als Saisonziel wurde das Erreichen der Playoffs definiert. Ziel für die Saison 2015/16 ist dann das Erreichen eines Spitzenplatzes in der 1. Liga und eine Konsolidierung auf diesem Niveau.

Und danach?

Ich bin Realist und weiss, dass sportliche Ambitionen viel Geld kosten. Damit für Sponsoren ein Engagement interessant ist, muss zuerst die sportliche Leistung stimmen. Eishockey muss aber auch als Spektakel wahrgenommen werden. Mit unseren tollen Fans in der St.-Jakobs-Arena, welche wir ja lediglich als Mieter nutzen, sind diesbezüglich schon gute Voraussetzungen gegeben. Jetzt gilt es, auch im Bereich Hospitality in der Arena vorwärtszumachen und generell daran zu arbeiten, dass der Besuch eines Spiels des EHC Basel/KLH auch für eine grössere Öffentlichkeit attraktiv ist.

Finden sich denn in der reichen Region Basel keine solventen Sponsoren?

Meine Philosophie geht eher in Richtung breiter Abstützung. Mir wäre es lieber, wenn viele kleinere Sponsoren sich bei uns engagieren – gerade für KMU würde ein Engagement beim EHC Basel/KLH sehr viel Glaubwürdigkeit und Verankerung in der Region bringen. Luft nach oben gäbe es ausserdem sicher im Bereich der Rahmenbedingungen – teilweise sind da Clubs in anderen Städten bessergestellt – immerhin bekommt unser Nachwuchs von Basel eine Eisgutsprache, und wir führen gute Gespräche mit Christoph Eymann, dem Basler Sportminister, sodass ich mir diesbezüglich schon noch eine gewisse Unterstützung verspreche. Grundsätzlich gilt: Der EHC Basel/KLH lässt sich auf keine finanziellen Experimente ein, und es wird nur so viel ausgegeben, wie erwirtschaftet wird. Zentral ist zudem unsere Nachwuchsarbeit, damit einheimische Talente an die sportliche Spitze herangeführt werden können.