Über Jahrhunderte vergessen, gelangte die Gartenkultur der Antike zur Zeit der Renaissance zuerst nach Florenz, Rom und Venedig, um bald darauf auch andere europäische Städte zu erreichen. Vorwiegend Dachflächen auf Schlössern verwandelten sich so zu wunderbaren Dachanlagen. Erst zur Zeit des Barocks erkannten in unseren Breiten die Bauherren die Bedeutung von begrünten Dachflächen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschäftigten sich in Europa einzelne avantgardistische Architekten mit der Form­sprache des neuen Bauens, und der bekannteste unter ihnen war Le Corbusier. Kaum ein anderer hat das Flachdach und dessen Nutzung als Wohnterrasse so entschieden propagiert. Das ehemals als elitär gehaltene flache Dach wurde nun als eine neue Form des Bauens zu einer Erweiterung des Wohnraums entdeckt. Le Corbusiers philosophische Äusserung dazu: «Ist es nicht wahrhaft wider alle Logik, wenn eine ganze Stadtoberfläche ungenützt unter Zwiesprache der Schiefer mit den Sternen vorbehalten bleibt?»

Nicht nur den Sternen vorbehalten
Licht, Luft und blauer Himmel in den Wohnbereich zu integrieren – davon träumt wohl jeder. Das Ineinandergreifen von Innen und Aussen ist nirgends so deutlich zu erkennen wie auf Terrasse und Balkon. In der Tat sind die Gestaltungsprinzipien, die draussen zur Anwendung kommen, denjenigen im Innenraum auch gar nicht so unähnlich. Vom feinsten Teppich über edle Holzdielen bis hin zur Wandverkleidung aus Naturstein. Dazu Outdoor-Küchen, exklusive Designerlampen und Designklassiker – hier findet alles seinen Platz. Die Kunst der Planung liegt jedoch nicht in der Fülle der Möglichkeiten, sondern in der sinnvollen Beschränkung derselben. 

Bei der Neugestaltung einer Dachterrasse ist es wichtig, sich vorab zu überlegen, wo Weitblick gewünscht ist und an welchen Stellen man sich vor Einblicken schützen will. Ein immergrünes Heckenelement oder ein einfaches Metallgerüst, an dem sich die gewünschten Pflanzen hoch­ranken, bietet den nötigen Sichtschutz. Voluminöse Ziergräser, grossformatige Pflanzen wie Bambus oder kleine Bäume erweisen sich als optimale «Nischen­trenner»: eine Ecke zum Sonnenbaden, eine zum Grillieren und einen kleinen Dachgarten, um den grünen Daumen zu erproben. ­Zugleich bringen die Pflanzen viel Grün auf die Dachterrasse, was bereits beim Betreten Erholung verspricht. Bei der Pflanzenwahl ist Vorsicht geboten, denn nicht alle Arten eignen sich gleicher­massen für das Klima auf der Terrasse. Die teils exponierten und sehr sonnigen Lagen stellen die Gewächse auf eine harte Probe. Sie müssen je nach Situation mit Wind, extremer Hitze im Sommer und ­tiefen Temperaturen im Winter zurechtkommen. JardinSuisse empfiehlt: Wer nicht über den nötigen grünen Daumen verfügt, dem wird empfohlen, für die Ge­stal­tung Experten aus der grünen Branche beizuziehen. 

Möbel für jeden Wind und jedes Wetter
Für eine gelungene Terrassengestaltung sind zweckmässige Gartenmöbel vonnöten. Und wie schon bei den Pflanzen für die Dachterrasse sollte man bei den Möbeln auch lieber auf das Grossformat zurückgreifen. Daybeds, Hängematten oder grosse Lounge-Möbel sind daher erste Wahl. So wird eine luxuriöse Grosszügigkeit vermittelt und ausserdem verhindert, dass die Möbel und Accessoires verloren herum­stehen und die Terrasse kahl wirkt. Die einen lieben es, den freien Tag auf der Sonnenliege zu faulenzen, während die anderen lieber eine komfortable Lounge-Ecke bevor­zugen. Es empfiehlt sich daher, im Vorfeld kritisch die Frage zu stellen: Welchem Zweck soll die Terrasse dienen, und welche Möbel werden entsprechend benötigt? Denn ein Platz im Freien macht keinen Spass, wenn er am Ende keinen Bewegungsraum mehr bietet. Da eine Dachterrasse durch ihre exponierte Lage von der Sonne mehr als verwöhnt wird, macht ein Schattenspender – ob Sonnenschirm oder Sonnensegel – einen Aufenthalt auf der Dachterrasse tagsüber deutlich angenehmer. Bevorzugt man eher Möbel aus Holz, Geflecht, Metall oder Kunststoff? Unab­hängig vom Material – ganz ohne Unterhaltspflege geht es nicht. Sonne, Staub, Umwelteinflüsse oder gar Speise- oder ­Getränkereste hinterlassen Spuren, die ­sofort und regelmässig entfernt werden müssen. Primär verbringt man die Zeit auf der Terrasse im Sommer, wenngleich es Frischluftfanatiker gibt, die auch gerne in den kälteren Monaten draussen verweilen möchten – und dies ebenso gerne im Sitzen tun. Wenn die Outdoor-Möbel das ganze Jahr draussen stehen, sollte man auf wetterfeste Materialien und eine hochwertige Verarbeitung achten. Aufgrund der exponierten Lage auf dem Dach sind hier die Möbel nicht nur der stärkeren Sonnen­einstrahlung oder mitunter heftigen Sommergewittern ausgesetzt, sondern im Winter auch Frost und Schnee. Daher gewähren Sie Ihren Möbeln auch im Winter den nötigen Wetterschutz. 

Weitere Informationen:
www.jardinsuisse.ch