Die BASELWORLD ist nicht nur für die organisierende MCH Group, zu der die MCH Messe Basel, die MCH Messe Zürich, die MCH Beaulieu Lausanne sowie mehrere Event-Services-Gesellschaften gehören, von herausragender Bedeutung; ihre wirtschaftlichen Auswirkungen insgesamt sind enorm. So verzeichnete die Schweizer Uhrenindustrie, die zu 95 Prozent an der BASELWORLD vertreten ist, Exporte von rund 22 Milliarden Schweizer Franken. Aber nicht nur die Uhren- und Schmuckindustrie profitiert, sondern auch die ganze Schweiz, da die BASELWORLD etwa 2,4 Milliarden Schweizer Franken direkte und indirekte Umsätze pro Jahr generiert und damit ungefähr 13’000 Stellen schafft.  
Im GESCHÄFTSFÜHRER-Interview spricht Christian Jecker, Leiter Unternehmenskommunikation MCH Group, darüber, wie wichtig der neue Hallenkomplex für die BASELWORLD ist, welche Anstrengungen die MCH Group unternimmt, um die Aussteller an die Messe zu binden oder welche Rolle den Medien an der BASELWORLD zukommt.
GESCHÄFTSFÜHRER: Wie ist Ihr Fazit nach der Eröffnung des neuen Hallenkomplexes vor zwei Jahren in Bezug auf dessen Funktionalität und die konzeptionellen Anpassungen sowie Neuerungen, was die Durchführung der BASELWORLD anbelangt?
Christian Jecker: Das Fazit fällt äusserst positiv aus. Mit dem neuen Hallenkomplex ist ja nicht einfach eine neue bauliche Situation, sondern es sind die Voraussetzungen für das neue Konzept der BASELWORLD geschaffen worden.
Können Sie dieses neue Konzept kurz skizzieren?
Früher hatte man eine Sektorierung nach Branchen, welche auf die verschiedenen Gebäude aufgeteilt war. Mit der neuen Halle konnte man ein Platzierungskonzept nach Markenrelevanz realisieren. Konkret haben wir nun eine Aufteilung nach globalen und internationalen Uhren- und Schmuckmarken, Steinen und Perlen sowie Länderpavillons und verwandte Branchen. Diese Aufteilung, welche den Bedürfnissen der Aussteller entgegenkommt, ist nur dank der durchgehenden Halle möglich geworden.
Haben denn die Aussteller die neuen Möglichkeiten, welche der Neubaukomplex bietet, auch genutzt?
Es ist ja nicht so, dass die MCH Group aus reinem Spass an der Freud‘ diesen neuen Hallenkomplex gebaut hat. Vielmehr galt es, die Bedürfnisse der Aussteller, mit denen wir bereits im Planungsprozess einen engen diesbezüglichen Gedankenaustausch gepflegt haben, zu erfüllen. Dementsprechend haben 2013 praktisch alle Aussteller an ihren neuen Standorten neue Stände entwickelt. Weitere haben letztes Jahr nachgezogen, und die Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen. So haben wir dieses Jahr für den Stand der Firma Hublot das Erdgeschoss durchgebrochen, um im Keller Platz für zwei zusätzliche Geschosse zu schaffen.
Wieso war dies nötig?
Zum einen benötigen gerade grosse Marken wie Hublot mehr Platz für Büros und Räumlichkeiten, wo Kunden empfangen werden können, zum anderen muss vor allem dem wachsenden Raum- und Infrastrukturbedarf aufgrund des grossen Medieninteresses Rechnung getragen werden. Letzteres ist im Fall der Firma Hublot der Auslöser für die Vergrösserung.
Welche Rolle spielen denn die Medien an der BASELWORLD?
Mit der BASELWORLD schaffen wir hier für die ganze Branche eine Medienplattform, wie sie einzelne Unternehmen nicht schaffen könnten. Rund 4‘000 Vertreter der weltweit wichtigsten Medien berichten jeweils über die BASELWORLD. Sie transportieren die Botschaften der ausstellenden Firmen in alle Welt und stellen deren Produkte vor. An der BASELWORLD widmen Führungskräfte der ausstellenden Firmen zum Teil 70 bis 80 Prozent ihrer Zeit den Medien. Das zeigt, wie wichtig ihnen die globale mediale Aufmerksamkeit ist. Die MCH Group entwickelt deshalb den gesamten Kommunikationsbereich laufend weiter. So hat sie letztes Jahr das Medienzentrum erneuert und modernisiert und zusätzliche Arbeitsplätze sowie Verpflegungsmöglichkeiten für Journalisten geschaffen. 
2013 haben die Gewerkschaften im Vorfeld der BASELWORLD im Bereich Standbau Verstösse gegen den Gesamtarbeitsvertrag (GAV) geortet – wie sieht die diesbezügliche Situation im Moment aus?
Grundsätzlich weiss nach wie vor niemand so genau, wie der Schreiner-GAV, der noch bis 2016 auch für den Messestandbau Gültigkeit hat, umgesetzt werden soll – weil er für das Messewesen untauglich und nicht umsetzbar ist. Die MCH Group hat in den letzten Jahren grosse Anstrengungen unternommen, dass konstruktive Lösungen geschaffen werden, die den Absichten des Gesetzgebers, aber auch der speziellen Situation des Messebaus entsprechen. So hat sie 2014 unter anderem Zutrittskontrollen für die Standbauer eingeführt, wie es dies auf keinem anderen Messeplatz gibt. Der Aufbau der BASELWORLD 2014 verlief sehr ruhig – zumindest haben wir seitens der Kontrollorgane keine anderslautenden Informationen. Mittlerweile ist nun etwas Bewegung in die ganze Angelegenheit gekommen: Der Bundesrat hat die Sozialpartner angewiesen, bis 2016 eine Standbau-gerechte Lösung zu finden. Zur Diskussion stehen dabei Korrekturen im bestehenden GAV oder die Schaffung eines eigenen Standbauer-Gesamtarbeitsvertrages, welcher die spezifischen Gegebenheiten dieser Branche berücksichtigt. Die MCH Group wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass es zu einer Lösung kommt, welche es erlauben wird, eine Messe wie BASELWORLD weiterhin in der Schweiz beziehungsweise in Basel durchzuführen.