Interview mit Bernhard Madörin

Treuhänder, Steuerexperte, Unternehmensberater, Firmeninhaber, Fachautor, Schriftsteller, Querdenker, Politiker – der Basler Jurist Bernhard Madörin lässt sich nicht in eine Schablone pressen. Vor allem aber lässt er sich nicht den Mund verbieten, geht Konflikten nicht aus dem Weg und exponiert sich für seine Überzeugungen.

Im Zivilberuf ist Bernhard Madörin CEO, Inhaber und Verwaltungsratsmitglied der in der Allfinanz, Treuhand und Unternehmensberatung tätigen artax-Gruppe, welche letztes Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feierte, und bekleidet rund 50 Mandate in Verwaltungs- und Exekutivorganen. Daneben schreibt der 56-jährige Jurist Fachbücher und Fachartikel zu den Themen strategische Führung, Financial Consulting, Aktienrecht, Rechnungslegung mit der Wirtschaftsprüfung oder Coaching, hat aber auch schon mit «Tödliche Gene» einen spannenden Kriminalroman veröffentlicht oder zusammen mit Dr. med. Hanspeter Braun den Ratgeber «Wärme, Schärfe und Gesundheit» über Traditionelle Chinesische Medizin, der den «Preis für Alternativmedizin 2008» erhielt, publiziert.

Bernhard Madörin ist zudem Präsident des Verbands Treuhand und Beratung, war von 1999 bis 2006 als Grossrat im Kanton Basel-Stadt politisch aktiv, ist vom Grossen Rat gewählter Verwaltungsrat bei den Industriellen Werken Basel (IWB) und engagiert sich ehrenamtlich in gemeinnützigen Stiftungen.

Im Gespräch mit dem «Geschäftsführer» beschreibt Bernhard Madörin das Betätigungsfeld der artax-Gruppe, spricht über seine Leidenschaft als Schriftsteller und Autor, hält aber auch mit seinen Meinungen als politischer Querdenker, der sich immer wieder gegen einen seiner Ansicht nach übermächtigen und überregulierenden Staat wehrt, nicht hinter dem Berg.

«Geschäftsführer»: Was genau macht die artax Fide Consult AG?
Bernhard Madörin: Die artax-Gruppe bietet Unternehmens-, Steuer-, Rechts- und Finanzberatung für Klein- und mittelgrosse Unternehmen sowie Privatpersonen an. Die Beratung ist auf die jeweilige individuelle Situation abgestimmt, damit die Kunden von einer passenden, umfassenden und kreativen Lösung profitieren. Die artax-Gruppe ist eine Treuhandunternehmung mit über 25-jähriger Tradition. Sie ist mit Partnerschaften im Dreiländereck grenzüberschreitend sowie mit der Mitgliedschaft bei Morison International auch weltweit vernetzt. Mit der meditax Fide Consult AG verfügen wir über spezielle Kompetenz für Ärzte. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BM Swiss Audit AG deckt den Bereich der Revision ab. Wir betreuen mit rund 20 Mitarbeitenden 300 Unternehmen und 1 200 Privatkunden in langjährigen Mandaten. Die artax Fide Consult AG versendet ausserdem zweimal im Monat einen Newsletter zu ausgewählten Themen aus den Bereichen Finanzen, Steuern und Recht und informiert über kommende Events. Den artax-Newsletter gibt es in deutscher und englischer Sprache, er ist viel beachtet und geht jeweils an rund 20’000 Abonnenten.

Welche Rolle spielt die Mitgliedschaft bei Morison International?
Die artax Fide Consult AG ist seit zehn Jahren Mitglied bei Morison International, einer weltweit tätigen Vereinigung von unabhängigen Buchhaltern, Revisoren, Steuerberatern, Business Consultants und Anwälten mit 300 Mitgliedern aus rund 100 Ländern. Morison International ist für uns sehr wichtig, da wir viele internationale Steuermandate betreuen und dank des Morison-Netzwerks unseren Kunden auf der ganzen Welt professionelle Lösungen bieten können. Im Rahmen der Morison-International-Jahreskonferenz leite und organisiere ich übrigens als sogenannter Tax-Leader die Steuer-Konferenz.

Sie engagieren sich auch auf sogenannter Pro-bono-Basis ehrenamtlich für gemeinnützige Stiftungen – was motiviert Sie zu dieser Tätigkeit?
Es ist mir und den Mitarbeitenden der artax-Gruppe ein wichtiges Anliegen, unser Fachwissen und unsere Erfahrung auch gemeinnützig einzusetzen. Wir möchten damit auch der Gesellschaft etwas zurückgeben. Namentlich möchte ich die «Water for Life Foundation», deren Stiftungsratspräsident ich bin, erwähnen. Die Stiftung unterstützt unter dem Motto «Wasser als mittelbare und unmittelbare Lebensgrundlage » humanitäre Projekte und verfolgt als Ziel die Hilfe zur Selbsthilfe. Ich erachte dieses Engagement für äusserst wichtig, denn das Thema ist das brisanteste Gegenwarts- und Zukunftsthema für die gesamte Menschheit.

Wie kommentieren Sie die generelle Entwicklung des Treuhandgeschäfts?
Zuerst einmal möchte ich dem Eindruck entgegenwirken, dass wir Treuhänder in erster Linie Steuerverhinderer sind. Unsere Aufgabe ist es, den Kunden zu den ihnen gesetzlich zustehenden Vorteilen zu verhelfen, nicht mehr und nicht weniger! Die Kernkundschaft der artax Fide Consult AG besteht aus Privatkunden und KMU, welche – im Gegensatz zu grossen, multinationalen Unternehmen – nicht die Ressourcen und das Knowhow haben, sich in der wachsenden Flut von Regulatorien zurechtzufinden. Unser Aufwand, diese  Vorschriften und Gesetze zu erfüllen, betrug vor fünf Jahren ein Prozent, heute hat sich dieser Aufwand verzehnfacht. Ob national oder international, das Treuhandgeschäft ist aufgrund der Regulatorien oder Weissgeldstrategien derart komplex geworden, dass es zum Beispiel für ausländische Kunden fast unmöglich geworden ist, ein Bankkonto in der Schweiz zu eröffnen. Das Bankgeheimnis nach aussen, eine der Grundlagen für die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Schweiz, gibt es durch den automatischen Informationsaustausch nicht mehr, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis dieser Informationsaustausch im Inland, der ja für Lohneinkommen bereits Realität ist, gesamthaft eingeführt wird und das Bankgeheimnis auch hier in der Schweiz fällt.

Und wie wollen Sie der Regulatorienflut entgegenwirken?
Ich möchte vermehrt wieder auf der politischen Ebene Einfluss nehmen und werde deshalb bei den Grossratswahlen 2016 wieder als Kandidat antreten. Ich sass ja bereits von 1999 bis 2006 im Parlament, bin zurzeit erster Nachrückender für die SVP in Grossbasel-Ost und bin überzeugt, dass man der links-grünen Tendenz, alles zu reglementieren, was einen übermächtigen Staat zur Folge hat, einen starken bürgerlichen Akzent entgegensetzen muss. Ich bin nicht grundsätzlich gegen einen starken Staat, aber er sollte primär die Rahmenbedingungen für ein gesundes Miteinander von Wirtschaft und Sozialem sorgen, dem Menschen die Instrumente für Selbstbestimmung und Selbstverantwortung in die Hand geben und nicht mit einer Flut von Vorschriften individuelle Freiheiten und die Spielräume einer kreativen und leistungsstarken Wirtschaft, welche ja schlussendlich für unseren Wohlstand verantwortlich ist, beschneiden. Vor allem denke ich, dass es in der Politik wieder mehr mittelständische und unabhängige Unternehmer mit ihrem praktischen Denken braucht, denn die KMU bilden immer noch das Gerüst unserer Wirtschaft. Sie stellen über 80 Prozent der Arbeitsplätze, und ich halte es für verheerend, wenn man – bildlich gesprochen – vor allem jene Kuh melkt, die am meisten Milch gibt!

Stört es Sie, dass Sie in der Öffentlichkeit immer wieder als Querdenker, der auch manchmal aneckt, hin und wieder für Schlagzeilen sorgt und sich nicht in eine Schablone pressen lässt, wahrgenommen werden?
Ich glaube nicht, dass ich mich dafür entschuldigen oder rechtfertigen muss, wenn ich «wider den Stachel löke» und mich für meine Überzeugungen sowie gegen Ungerechtigkeit oder Fehler einsetze. Ich bin etwas erstaunt, dass man schon als Querdenker bezeichnet wird, wenn man lediglich freiheitliches, unabhängiges Denken praktiziert und in gutschweizerischer Tradition nicht vorbehalt- und kritiklos jeden Hut auf irgendeiner gearteten Stange grüsst!

Sie haben als Mitautor ein preisgekröntes Buch über Traditionelle Chinesische Medizin geschrieben, einen Krimi veröffentlicht, daneben publizieren Sie viel Fachliteratur, unter anderem haben Sie auch einen «Knigge» für Verwaltungsräte und alle, die es werden möchten, mit dem Titel «Der KMU-Verwaltungsrat», veröffentlicht – ist es Ihnen als Treuhänder langweilig?
(lacht) Nein, ich habe einen hoch spannenden Beruf, und es ist mir noch nie langweilig geworden. Viele Menschen glauben, der Treuhandbereich sei ein trockenes Zahlengeschäft und vergessen, dass man es mit Menschen, Schicksalen, Geschichten und speziellen Konstellationen zu tun hat. Dabei braucht es neben der nötigen Fachkompetenz sehr viel Einfühlungsvermögen und soziale Kompetenz. Dies alles und eine grosse Leidenschaft für das Schreiben haben halt dazu geführt, dass ich als Autor thematisch «fremdgegangen» bin. Ich würde allerdings jetzt nicht so weit gehen, meiner Tätigkeit als Schriftsteller eine katharsische Motivation oder Wirkung zu unterstellen, aber ich erlebe faszinierende Lerneffekte beim Schreiben und grosse, innere Befriedigung- oder anders gesagt: Es macht mir sehr viel Spass!

DIENSTLEISTUNGEN ARTAX FIDE CONSULT AG

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