Angefangen hat alles in den frühen 1960er-Jahren, als der gelernte Hochbauzeichner Arturo Buzzetti als Leadsänger mit dem «Sextett 63» erste Erfolge in den damals angesagten Clubs in Basel und der übrigen Schweiz feierte. Diese Erfolge führten zu einem Profivertrag und Arturo Buzzetti war nun unter seinem Künstlernamen Buzz Bennett und mit seiner Band, die nun in «Buzz Bennett Sextett» umgetauft wurde, eine feste Grösse im Schweizer Showbusiness geworden. Das Sextett trat nun während rund eines halben Jahrzehnt in ganz Europa und anderen Kontinenten auf, hatte feste Monatsarrangements in Kurorten, präsentierte sich an Galas oder sogar an Staatsbällen. Das harte Tourleben forderte aber seinen Tribut, die Band löste sich Anfang der 1970er-Jahre auf und Arturo Buzzetti betätigte sich fortan als Solokünstler. Unter dem Namen Buzz Bennett komponierte und produzierte er in der Folge zahlreiche Singles und Langspielplatten. Der Musik ist er treu geblieben – seine letzte CD «For The Good Times» mit Evergreens erschien letztes Jahr – und nach wie vor tritt er immer wieder auf, auch wenn er es diesbezüglich schon seit einiger Zeit ruhiger angehen lässt. Wie die Auftritte vor Kurzem im Stadtkeller oder seine immer wieder stattfindenden, mittlerweile legendären Charity-Konzerte zeigen, erfreut sich der Basler Sänger und Entertainer immer noch einer treuen Fangemeinde. Seit Ende der 1970er-Jahre setzt sich Arturo Buzzetti intensiv mit bildender Kunst auseinander. Er begann zu zeichnen sowie zu malen und schuf Skulpturen mit aussergewöhnlichen Strukturen. In Ausstellungen stellte er seine Werke einem breiteren Publikum vor und publizierte in den beiden Bänden «Ungleich» und «Wahrich» seine Skizzen. 2011 öffnete Arturo Buzzetti dann eine weitere Schublade seiner Talente und veröffentlichte mit «Die Nacht der Grillen» seinen ersten Kriminalroman. Im Interview mit dem «Geschäftsführer» gibt Arturo Buzzetti Einblicke in seine vielfältige Schaffenswelt, welche von Fantasie und Entdeckerlust geprägt ist, und spricht über seinen soeben erschienenen zweiten Kriminalroman «Die Masseuse».

«Geschäftsführer»: Wie in Ihrem ersten Kriminalroman spielt auch in «Masseuse» Basel eine zentrale Rolle – wie viel Bezug zu realen Geschichten haben Sie geschaffen?
Arturo Buzzetti: (lacht) Wie heisst es so schön «Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen sind rein zufällig»! Ich schreibe keine Enthüllungsromane über Basel, lasse mich aber von realen Orten, Atmosphären und Geschichten inspirieren. So gab es zum Beispiel in «Die Nacht der Grillen» Bezüge rund um die bis heute nicht geklärten Ereignisse um den sogenannten Tierkreis, welche hier in Basel zu reden gaben. In «Die Masseuse» – einer Geschichte rund um Mord, Frauenhandel, Drogen und Intrigen – lebt einer der Protagonisten in Kleinhüningen, und es geht unter anderem auch um Machtkämpfe innerhalb der Basler Staatsanwaltschaft. Ansonsten spielen Handlungsorte wie zum Beispiel Thailand eine grosse Rolle. Mehr möchte ich nicht verraten!

Hauptfigur in Ihren Krimis ist der pensionierte Kommissar Alex Menton – was für ein Typ von Detektiv ist er?

Alex Menton ist äusserlich so ein Typ wie der kanadische Schauspieler Donald Sutherland. Er ist den Genüssen des Lebens nicht abgeneigt und kann sehr gesellig sein. Andererseits ist er auch in sich gekehrt, fast schon ein Sonderling, der einen speziellen Musikgeschmack hat und Nietzsche liest.

Musik, Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen und nun Kriminal­romane  – wo ist für Sie als «créateur» die Schnittmenge?

Im Mittelpunkt stehen immer kreative Prozesse und das Entwickeln sowie das Realisieren von Ideen. Ich bin überzeugt, dass eigentlich jeder Mensch kreativ sein kann, sich aber die meisten einfach nicht trauen, ihre Fantasien, Gedanken oder Gefühle auszudrücken. Für mich bieten das Musizieren, Malen, Zeichnen oder Schreiben genau diese Möglichkeiten. Hier finde ich die Freiräume, die ich brauche, um mich auch selbst zu erkennen.

Entspricht Ihre Polyvalenz auch Ihrem Charakter?
Irgendwie schon, denn ich bin ein unruhiger Geist. Hätte ich mich nur auf die Schiene «Musik» festgelegt, wäre es mir nicht gelungen, mich selbst kennenzulernen. Ich konnte mir glücklicherweise eine grosse Neugier bewahren. Das Entdecken fremder Kulturen ist eine wichtige Quelle für meine Inspirationen. So habe ich zum Beispiel auf meinen Reisen in asiatische Ländern den Buddhismus schätzen gelernt, der den Menschen eine gewisse Ausgeglichen- und Ausgewogenheit gibt. Nicht, dass ich jetzt ein praktizierender Buddhist wäre, aber Asien, die Kultur und die Menschen haben mich sehr beeindruckt und auch beeinflusst.

Immer wieder stellen Sie sich als Sänger und Entertainer für Wohltätigkeitsveranstaltungen zur Verfügung – was sind Ihre Motive?

Ich habe sehr viel Glück in meinem Leben gehabt und möchte etwas den Menschen zurückgeben, abgesehen davon, dass es mir immer noch viel Spass bereitet, auf der Bühne zu stehen. Aber es befriedigt mich natürlich persönlich sehr – auch wenn mein Einsatz gering ist – für das Schweizer Paraplegiker-Zentrum, für die Kinderspitäler von Beat Richner in Kambodscha oder für ein eigenes Zahnarzt-Projekt in Burma etwas beitragen zu können.

Die Masseuse
von Arturo Buzzetti
Edition Relege
ISBN-Nr.:  978-3-033-05619-0
Erhältlich bei Bider & Tanner Basel oder direkt per E-Mail buzzetti@gmx.ch