Dem Verband, am 19. August 1939 im «Braunen Mutz» von 101 Delegierten aus 53 Vereinen als Regionalverband Nordwestschweiz gegründet und 1966 in Fussballverband Nordwestschweiz umbenannt, gehören heute rund 100 regionale Vereine mit 18‘000 lizenzierten Fussballerinnen und Fussballern an. Er organisiert als Teil des Schweizerischen Fussballverbandes unter anderem den Spielbetrieb der 2. bis 5. Liga, der Juniorinnen und Junioren, organisiert den Basler Cup, ist verantwortlich für die Trainerausbildungen bis zum B-Diplom oder engagiert sich im Bereich «Fairplay».
Im Interview mit dem GESCHÄFTSFÜHRER windet FCB-Legende und FVNWS-Präsident Roland Paolucci vor allem den Hunderten von Freiwilligen, aber auch den Mitarbeitenden des FVNWS, welche den regionalen Fussball erst möglich machen, ein Kränzlein.
GESCHÄFTSFÜHRER: Statistisch gesehen ist freiwilliges Engagement in Basel in den letzten Jahren zurückgegangen – nicht aber im Fussball?
Roland Paolucci: Zahlen gibt es nicht, aber Tatsache ist, dass ohne das enorme freiwillige Engagement Fussballbegeisterter, die Woche für Woche als Schiedsrichter, Trainer, Betreuer, Platz- und Materialwarte – und ich habe jetzt sicher Weitere vergessen zu erwähnen – für ihren Sport unterwegs sind, das alles nicht möglich wäre.

Wie schafft es denn der FVNWS, all das zu koordinieren?
Der Verband ist lediglich mit 320 Stellenprozenten ausgerüstet, wir bilden zudem jeweils einen Lehrling aus – zurzeit ist dies der junge FCB-Stürmer Breel Embolo –, dementsprechend reich befrachtet ist das Arbeitspensum der Mitarbeitenden. Man muss sich vorstellen, was es bedeutet, jedes Wochenende 200 bis 300 Spiele anzusetzen und durchzuführen – wie dies Pascal Buser, Verantwortlicher der Wettspielkommission, bei uns organisiert – und dafür zu sorgen, dass jeweils auch die Schiedsrichter zur Verfügung stehen. Dann gilt es jeweils, nach den Spielen die Rapporte zu sichten sowie auszuwerten und je nachdem Sanktionen auszusprechen, denn auch das gehört zu unseren Aufgaben als Veranstalter des Spielbetriebes. Dank einer neuen Software vom Schweizerischen Fussballverband ist dies allerdings seit nun einem Jahr etwas einfacher geworden.
Neben der Organisation des Spielbetriebs, Trainerausbildung oder Nachwuchsförderung engagiert sich der FVNWS auch für Fairplay und gegen Gewalt – wie drängend ist dieses Problem?
In den Medien wird natürlich nicht über die Tausenden von Spielen berichtet, welche ohne Vorfälle verlaufen, sondern natürlich über die, wo was passiert. Im Grossen und Ganzen verläuft der Spielbetrieb gewaltfrei und fair, aber natürlich ist jeder Fall einer zu viel. Als Verband erachten wir es jedenfalls als gesellschaftliche Aufgabe, uns für fairen Sport einzusetzen. So haben wir in einer Leistungsvereinbarung mit dem Schweizerischen Fussballverband und dem Basler Sportamt das Projekt «Zoffstopp», eine niederschwellige, vernetzte Anlaufstelle für alles und alle entwickelt sowie umgesetzt, welche als Scharnier zwischen Betroffenen (Jugendlichen, Eltern, Funktionären, Schiedsrichtern usw.) und den je nach Fragestellung kompetenten Fachstellen fungiert.
Weitere Informationen:

Fussballverband Nordwestschweiz (FVNWS)            
Geschäftsstelle
St. Jakob-Strasse 110
CH-4132 Muttenz
www.football.ch