Radio  X ist per Konzession verpflichtet, ein unabhängiges Programm für junge, kulturell Interessierte und Engagierte sowie Migrantinnen und Migranten zu machen und Möglichkeiten zur Mitwirkung zu fördern. Was auf dem Papier mehr als trocken daherkommt, tönt in der Wirklichkeit sehr lebendig und hebt sich substanziell in mehrerer Hinsicht vom restlichen Schweizer Radioangebot – ob von Öffentlich-Rechtlichen oder Privatradios – markant ab.

Mit einem überraschenden, sich nicht dem Mainstream unterwerfenden Musik-Mix oder mit einem Dutzend regelmässiger Music-Specials aus den verschiedensten Musikrichtungen, moderiert und betreut von DJs und anderen teilweise namhaften Exponenten der Basler Szene, bietet Radio eine hörenswerte Alternative zum eingängigen, normierten Musikangebot, das auf einer Mehrzahl der anderen Frequenzen angeboten wird. Eine wichtige Bedeutung im Programm von Radio X haben die elf Sprachen-Specials, welche die Bedürfnisse ausländischer Bevölkerungsgruppen erfüllen – 2013 wurde Radio X übrigens der Integrationspreis verliehen, weil es die sprachliche Vielfalt der Bevölkerung wie kein anderes Medium der Region repräsentiere. Dazu kommen im Radio-X-Programm Veranstaltungskalender und Veranstaltungsmagazine, kulturbezogene Specials, oft auch in Verbindung mit kulturellen regionalen Events und Projekten, Jugendsendungen oder Politmagazine.

Zahlreiche themenorientierte Sendereihen, die in Zusammenarbeit mit Sponsoren und Partnern – wie mit der CMS, der GGG, den Integrationsstellen der beiden Basel oder verschiedenen Fachstellen des Bundes  – oder wie zum Beispiel aktuell in Zusammenarbeit mit den IWB und dem Basler Amt für Umwelt und Energie, wo wieder mit dem «Energiesparprix» die cleversten Energiesparteams der Region gesucht werden  – sind Bestandteil eines Programms, welches das Zusammenleben in einer modernen, urbanen Umgebung abbildet und inspiriert.

Radio X beschäftigt sieben Vollzeitangestellte. Darüber hinaus bietet der Sender – einzigartig in der Schweizer Radiolandschaft – zurzeit acht Auszubildenden einen niederschwelligen Einstieg in die Medien und den Journalismus sowie einem Absolventen der WMS ein Praktikum im Bereich «Kommunikation» und ermöglicht einem Lehrling eine kaufmännische Attestlehre EBA. Insgesamt wirken überdies über 200 Freiwillige – insbesondere im Bereich der Specials – am Programm von Radio  X mit. Das Jahresbudget von Radio  X beträgt 900’000  Franken. Davon werden 45  Prozent aus dem Gebührensplitting finanziert, 55  Prozent mit projektgebundenem Sponsoring und Beiträgen von Stiftungen und Institutionen gedeckt.

Im Interview spricht Radio-X-Geschäftsführer Thomas Jenny über die erfreuliche Entwicklung des Senders, aber auch über die Herausforderungen, welchen sich Radio X, um seinem Programmauftrag gerecht zu werden, stellen muss.

«Geschäftsführer»: Radio X ist nun volljährig geworden – zufrieden, wie sich das Kind entwickelt hat?
Thomas Jenny: Radio X erfüllt nicht nur den ihm aufgetragenen Konzessionsauftrag mehr als eigentlich gefordert, sondern ist zu einer unverwechselbaren, unabhängigen Stimme in der Region geworden. Eine Idee hat sich zur Institution entwickelt, welche in der Basler Medienlandschaft einen einmaligen Platz einnimmt. Nach dem Bezug des neuen Studios vor sechs Jahren auf dem Dreispitzareal, der nur durch die namhafte Unterstützung der CMS oder der Swisslos Fonds beider Basel zustande gekommen ist, konnten wir zudem einen Quantensprung machen und nicht nur ein technisch professionelles Programm anbieten, sondern auch Strukturen ausbauen, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, die Grundlagen für den Beruf eines Medienschaffenden praxisnah zu lernen.

Hat der Aspekt der Ausbildung bei Radio X an Bedeutung gewonnen?
Zweifellos. Zu Beginn mussten wir ja alles selbst lernen, wie man Radio macht. Dadurch haben wir natürlich viel diesbezügliches Know-how erarbeitet, das wir weitergeben. Eine solche niederschwellige Ausbildung gibt es weder bei den Sendern der SRG noch bei den kommerziellen Radios. Neben der praktischen Ausbildung im Hause können zusätzliche Ausbildungsveranstaltungen in der Radioschule «Klipp und Klang», welche Radio X als Mitglied der UNIKOM – dem Zusammenschluss von sieben nicht kommerzorientierten Schweizer UKW-Lokalradios – mitgründete, besucht werden.

Werden diese Ausbildungsbemühungen auch honoriert?

Die 400’000 Franken aus dem Gebührensplitting sind dafür zu wenig. Selbst das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM), das für die Verteilung der Gelder und die Konzessionierung zuständig ist, findet unsere Leistungen hervorragend und gibt zu, dass wir mindestens zu 180’000  Franken pro Jahr unterfinanziert seien. Aus politischen Gründen sieht sich aber das BAKOM nicht in der Lage – obwohl das Geld vorhanden wäre –, uns entsprechend unseren Bedürfnissen zu alimentieren.

Und das macht Ihnen Sorge?
Ich finde es absolut toll, jungen Menschen den Einstieg in die Berufswelt zu ermöglichen. Ich denke, man sollte uns aber auch bei dieser Aufgabe besser unterstützen. Die Realität sieht aber anders aus. Bekannte Namen aus der regionalen und nationalen Medienwelt wie Martina Rutschmann, Gaudenz Wacker, Caroline Thürkauf, Catherine Thommen, Michael Wieland, Reena Thelly oder Dominique Heller – um nur einige zu nennen – haben den Schritt in grosse Medienunternehmen geschafft, nachdem sie bei Radio X die Grundzüge des Handwerks erlernt haben, an den Ausbildungskosten haben sich diese Unternehmen – trotz teilweise entsprechender Absichtserklärungen – aber nicht beteiligt. Ich unterstütze natürlich die Karrierewege aller unserer Mitarbeitenden und Auszubildenden und freue mich, dass sie davon profitieren, was wir ihnen beigebracht haben, aber ohne Bereitstellung weiterer Mittel werden wir Probleme haben, dies weiterhin in der bisherigen Form zu stemmen.

energiesparpriX 2016
Radio X kürt die cleversten Energiesparteams der Region Basel. Ausgezeichnet wird die originellste Sparidee, welche am wirkungsvollsten Energie spart  – es winken insgesamt 10’000 Franken Preisgeld*.

Qualifikation energiesparpriX: Do, 3. November 2016, 18.00 Uhr, Studio Radio X
Finale energiesparpriX: Do, 1. Dezember 2016, 18.00 Uhr, Basel
Im November wird Energie gespart: Ihr entwickelt im Team Sparideen und setzt diese um. Bei der Qualifikation zum energiesparpriX trifft Euer Team ein erstes Mal auf die Konkurrenz. Vier Wochen später nominiert eine Jury die überzeugendsten Teams für das grosse Finale. Dort küren Publikum und Hörerschaft von Radio X das Gewinner-Team des energiesparpriX.

1. Platz – 5 000 Franken
2. Platz – 2 500 Franken
3. Platz – 1 500 Franken
Jedes qualifizierte Team erhält 100 Franken.

Ihr seid ein Team von mindestens zwei Person? Meldet Euch jetzt an!
Alle Informationen unter: www.radiox.ch/energiesparpriX
Die Teilnahme ist kostenlos.

* Das Preisgeld ist gestiftet im Rahmen des Sponsoring-Programms «IWBÖko-IMPULS». Das Radio-X-Projekt energiesparpriX wird unterstützt
vom Amt für Umwelt und Energie (AUE).

www.radiox.ch